Blend-a-med Zahnpasta im Test: Wirkstoffe, Studien, Preis 2026
Blend-a-med ist die Zahnpasta von Procter & Gamble, im Regal meist für gut einen Euro. Ich habe jede Zutatenliste bei dm.de und dm.at gelesen, die Studien mit PMID nachgeschlagen und geprüft, wer sie bezahlt hat, das Öko-Test-Urteil von 2023 mit den Tuben von heute verglichen und die Preise in Deutschland und Österreich abgerufen. Geschrieben vom Gründer eines Kaugummi-Herstellers, der mit Hydroxylapatit arbeitet und das offen dazusagt.
Blend-a-med gehört Procter & Gamble. Bei dm und Müller gibt es zwei Linien: die günstige Rundumschutz-Reihe mit 1450 ppm Natriumfluorid ab 1,15 Euro und Complete Protect Expert Tiefenreinigung mit Zinnfluorid und Zinkcitrat für 2,75 Euro. Keine Tube enthält Hydroxylapatit, und heute auch kein Titandioxid, nachdem Öko-Test die Classic 2023 mit ungenügend bewertet hatte. Die meisten Studien zur Zinn-Technik stammen von Procter & Gamble selbst, die einzige unabhängige fand ein gemischtes Ergebnis. Wenn du tagsüber nach dem Essen zusätzlich etwas für deinen Zahnschmelz tun willst, ist Minvelle ein Kaugummi mit Hydroxylapatit als Ergänzung zum Putzen, kein Ersatz für eine Zahnpasta.
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Ist blend-a-med Zahnpasta gut? Als Fluorid-Zahnpasta ja: jede Tube bei dm und Müller hat 1450 ppm Fluorid, die Basis-Tuben kosten 1,15 Euro, und das Titandioxid, für das Öko-Test 2023 ein ungenügend vergab, steht heute nicht mehr in den Listen. Wer mehr als Kariesschutz will, landet bei der einzigen Zinnfluorid-Tube, Complete Protect Expert Tiefenreinigung. Für die Zinn-Technik gibt es mehrere Studien, fast alle aber von Procter & Gamble und meist gegen Konkurrenzprodukte. Eine Studie von GlaxoSmithKline kam für die eigene Marke zum umgekehrten Ergebnis, und die einzige unabhängige Studie fand bei der damaligen blend-a-med Complete weniger sichtbare Remineralisierung als bei den Vergleichsprodukten.
Hier das Wichtigste in einer Tabelle, mit Quelle und Stand in jeder Zeile, damit du alles selbst nachprüfen kannst.
Blend-a-med auf einen Blick. Zusammengestellt von Minvelle, zuletzt geprüft am 26. September 2026.
| Merkmal | Blend-a-med | Quelle, Stand |
|---|---|---|
| Hersteller | Procter & Gamble Germany Holding GmbH, Schwalbach am Taunus, AG Königstein HRB 5437 | Impressum de.pg.com, 26. September 2026 |
| Zahnpasten bei dm.de / dm.at / Müller | 7 / 5 / 2 Artikel, Procter & Gamble selbst listet 13 | dm.de, dm.at, mueller.de, for-me-online.de, 26. September 2026 |
| Fluorid | 1450 ppm in jeder Tube bei dm; Natriumfluorid, bei einer Sorte Zinnfluorid plus Natriumfluorid | Zutatenlisten und Warnhinweise bei dm.de und dm.at |
| Hydroxylapatit | in keiner Tube | Zutatenlisten bei dm.de und dm.at |
| Titandioxid | in keiner aktuellen Liste bei dm; 2023 noch in der Classic laut Öko-Test | dm.de, dm.at; oekotest.de, 9. April 2023 |
| Öko-Test | Rundumschutz Classic: ungenügend (Titandioxid, SLS, PEG) | oekotest.de, 9. April 2023 |
| Studien mit blend-a-med im Titel oder Abstract | 22 Treffer, die Klinikstudien zur Zinn-Technik fast alle von Procter & Gamble | PubMed, 26. September 2026 |
| Stiftung Warentest | 3 Produkte im aktuellen Test, Noten hinter Bezahlschranke | test.de, 26. September 2026 |
| Preis | ab 1,15 Euro (75 ml) in Deutschland und Österreich | dm.de, dm.at, 26. September 2026 |
Öko-Test hat die blend-a-med Rundumschutz Classic im April 2023 mit ungenügend bewertet, weil sie Titandioxid, Natriumlaurylsulfat und PEG-Verbindungen enthielt. Procter & Gamble kündigte laut Öko-Test an, die Tube ab August oder September 2023 ohne Titandioxid zu verkaufen. In den Zutatenlisten aller blend-a-med-Tuben bei dm.de und dm.at steht heute kein Titandioxid mehr. Natriumlaurylsulfat steht dagegen weiter in jeder Tube.
- Glossar: acht Begriffe für diesen Test
- Wer steht hinter blend-a-med?
- Was wirklich im Regal steht
- Rundumschutz: die Basis-Tube
- Complete Protect Expert: die Zinnfluorid-Tube
- Titandioxid: das Öko-Test-Urteil und die Tube von heute
- Fluorid und Kinder: der Hinweis auf der Classic
- Die Studienlage: was es gibt
- Wer hat die Studien bezahlt?
- Die Werbeaussagen und ihre Fußnoten
- Stiftung Warentest und Öko-Test
- Preis bei dm.de, dm.at und Müller
- Für wen blend-a-med passt, und für wen nicht
- Fairness: was blend-a-med richtig macht
- Mein Interessenkonflikt
- Wie ich diesen Test gemacht habe
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Glossar: acht Begriffe für diesen Test
Eine Fluoridverbindung, bei der Fluorid an Zinn gebunden ist. Neben dem Kariesschutz wird sie gegen Plaque, Zahnfleischentzündung und Säureschäden eingesetzt. Bei blend-a-med nur in Complete Protect Expert Tiefenreinigung.
Die einfachste Fluoridverbindung in Zahnpasta. In allen Rundumschutz-Tuben von blend-a-med die einzige Fluoridquelle.
Parts per million, Teile pro Million. 1450 ppm Fluorid bedeuten 1,45 Gramm Fluorid pro Kilogramm Zahnpasta, die Obergrenze für frei verkäufliche Zahnpasta in der EU.
Ein Zinksalz, das in Zahnpasten gegen Plaque und Mundgeruch eingesetzt wird. Bei blend-a-med zusammen mit Zinnfluorid in der Complete Protect Expert.
Ein Tensid, das Zahnpasta schäumen lässt. Es steht in jeder blend-a-med-Tube bei dm. Öko-Test wertet es ab, weil es die Mundschleimhaut reizen kann.
Ein weißes Pigment. In Lebensmitteln in der EU seit 2022 verboten, in Zahnpasta erlaubt. Bei blend-a-med laut den heutigen Zutatenlisten nicht mehr enthalten.
Ein Verfahren, bei dem Plaque angefärbt und auf Fotos vermessen wird. Die meisten Studien von Procter & Gamble zu blend-a-med nutzen diese Methode über 17 Tage.
Ein Versuch, bei dem Schmelzproben in einer Zahnspange im Mund von Freiwilligen getragen werden. Näher am Alltag als ein reiner Laborversuch, aber keine Studie an den eigenen Zähnen.
Wer steht hinter blend-a-med?
Blend-a-med gehört Procter & Gamble, dem Konzern hinter Oral-B, Crest und vielen anderen Marken im Drogerieregal. Laut Impressum auf de.pg.com ist die deutsche Gesellschaft die Procter & Gamble Germany Holding GmbH, Sulzbacher Straße 40 in 65824 Schwalbach am Taunus, eingetragen beim Amtsgericht Königstein im Taunus unter HRB 5437. Als Geschäftsführung nennt das Impressum Jochen Brenner, Barbara Schönfelder und Astrid Teckentrup.
Auch in Österreich steht auf den Produktseiten bei dm.at als Hersteller "Procter & Gamble, 65823 Schwalbach/Ts., Germany". Eine eigene österreichische Adresse oder ein eigenes Impressum für Österreich habe ich nicht gefunden. Die Seiten blend-a-med.de und blend-a-med.at waren bei meinen Abrufen nicht erreichbar, mit keinem der drei Verfahren, die ich probiert habe. Den aktuellen Katalog zeigt Procter & Gamble stattdessen auf der eigenen Verbraucherseite for-me-online.de, auf die auch dm verlinkt.
Woher der Name kommt und seit wann es die Marke gibt, konnte ich aus keiner Primärquelle belegen. Das älteste Dokument, das ich gefunden habe, ist ein Artikel aus der Österreichischen Zeitschrift für Stomatologie von 1965 über ein "Blend-a-med fluid". Die Marke gab es also spätestens in den 1960er Jahren, mehr lässt sich daraus nicht sagen.
Aufschlussreicher ist ein Artikel, den drei Forscher von Procter & Gamble 2010 im American Journal of Dentistry veröffentlicht haben (PMID 21280420). Dort heißt es über eine Zahnpasta mit Zinn und Natriumfluorid, 1450 ppm, sie werde "marketed as Crest Pro-Health in China and blend-a-med Pro-Expert in parts of Europe". Blend-a-med ist in Teilen Europas also das Gesicht einer Technik, die Procter & Gamble weltweit unter anderen Namen verkauft, vor allem als Crest. Das erklärt, warum viele Studien, die du zu blend-a-med findest, eigentlich zu Crest gemacht wurden.
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Was wirklich im Regal steht
Procter & Gamble listet auf for-me-online.de dreizehn blend-a-med-Zahnpasten in drei Linien: Rundumschutz, die günstige Basis-Reihe; Complete Protect Expert, eine einzige Tube mit Zinnfluorid; und 3D White mit acht Weiß-Sorten, darunter Varianten mit Kokosöl und Aktivkohle. Was du im Laden findest, ist deutlich weniger.
Suche nach blend-a-med bei dm.de, dm.at, mueller.de und mueller.at sowie der Katalog auf for-me-online.de, 26. September 2026.
| Händler | Zahl der Artikel | Was dabei ist | Was fehlt |
|---|---|---|---|
| dm.de | 7 | Classic, Extra Frisch Clean, Kräuter Clean (teils als Doppelpack), Complete Protect Expert Tiefenreinigung | alle 3D White |
| dm.at | 5 | Classic Rundumschutz XXL, Extra Frisch Clean, Kräuter Clean, Milde Frische Clean XXL | Complete Protect Expert, alle 3D White |
| Müller DE und AT | 2 | Complete Protect Expert Tiefenreinigung, Extra Frisch Clean | alle anderen |
| for-me-online.de (Procter & Gamble) | 13 | alle drei Linien | keine Preise, keine Zutatenlisten auf der Übersicht |
Die 3D-White-Reihe habe ich weder bei dm noch bei Müller gefunden. Ob die Händler sie gerade nicht führen oder ob sie nur in der Suche fehlen, konnte ich nicht klären. Ohne Zutatenliste von einem Händler bespreche ich die acht Sorten hier nicht im Detail. Zwei davon, 3D White Vitalizing Fresh und 3D White Luxe Charcoal, stehen im aktuellen Test von Stiftung Warentest; mehr dazu weiter unten. Was Aktivkohle in Zahnpasta leistet und was nicht, steht in Aktivkohle-Zahnpasta: Betrug oder Wissenschaft.
Für mich als Hersteller eines Hydroxylapatit-Kaugummis war eine Frage besonders wichtig: Enthält irgendeine blend-a-med-Tube Hydroxylapatit? Nein. In keiner der zwölf Zutatenlisten, die dm.de und dm.at zeigen, steht Hydroxyapatite. Blend-a-med setzt ganz auf Fluorid. Wer Hydroxylapatit in der Zahnpasta sucht, findet die Optionen im Label-Check bei dm und Rossmann. Auch Kaliumnitrat oder Arginin für schmerzempfindliche Zähne enthält keine Tube bei dm; die Sensitiv-Sorte, die Procter & Gamble listet, gehört zur 3D-White-Reihe.
Rundumschutz: die Basis-Tube
Die Rundumschutz-Reihe ist das, was die meisten Menschen meinen, wenn sie "blend-a-med" sagen: Classic, Extra Frisch Clean, Kräuter Clean und in Österreich Milde Frische Clean. Alle Sorten enthalten laut Warnhinweis 1450 ppm Fluorid als Natriumfluorid. Kein Zinn, kein Zink, kein Hydroxylapatit, kein Titandioxid.
Die Zutatenliste der Extra Frisch Clean, identisch bei dm.de und dm.at, lautet am 26. September 2026:
Aqua, Sorbitol, Hydrated Silica, Sodium Lauryl Sulfate, Cellulose Gum, Disodium Pyrophosphate, Aroma, Xanthan Gum, Sodium Hydroxide, Sodium Fluoride, Sodium Saccharin, Polysorbate 80, Glycerin, CI 74160, Menthol, Anethole, Limonene, Pinene, Carvone, Beta-Caryophyllene. Enthält Natriumfluorid (1450 ppm Fluorid).
Zutatenliste laut dm.de und dm.at, Artikelnummer 3154380, abgerufen am 26. September 2026.
Das ist eine schlichte Rezeptur: Wasser, Sorbit, Kieselsäure als Putzkörper, SLS als Schaummittel, Cellulose und Xanthan als Verdicker, Dinatriumpyrophosphat, ein Phosphat, das in Zahnpasten gegen Zahnstein eingesetzt wird, und Natriumfluorid. Der Farbstoff CI 74160 ist ein blaugrünes Pigment. Die Werbung auf der Classic verspricht "24 Stunden Kariesschutz bei zweimal täglichem Zähneputzen", "Stärkt den Zahnschmelz und schützt die Zähne" und "Entfernt Oberflächenverfärbungen". Das deckt eine Fluorid-Zahnpasta mit Putzkörper ab.
Ein Detail, das mir beim Lesen aufgefallen ist: Unter dem Namen Classic führt dm.de zwei Artikel, "Classic (2x75 ml)" und "Classic Doppelpack (2x75 ml)", gleicher Preis, gleiche Menge, aber verschiedene Zutatenlisten. Die eine enthält Trinatriumphosphat und Carbomer, die andere Dinatriumpyrophosphat, Xanthan und mehrere Aromabestandteile. Bei Extra Frisch Clean gibt es ebenfalls drei Artikelnummern mit zwei verschiedenen Listen. Beide Varianten haben 1450 ppm Natriumfluorid und kein Titandioxid. Vermutlich sind hier alte und neue Rezeptur gleichzeitig gelistet. Für dich heißt das: Die Liste auf der Tube in deiner Hand ist die, die zählt.
Für den Kariesschutz im Alltag reicht die Rundumschutz-Reihe. Die deutsche S3-Leitlinie zur Kariesprävention bei bleibenden Zähnen, AWMF-Register 083-021, sagt wörtlich: "Daher soll ab Durchbruch der bleibenden Zähne das Zähneputzen mit einer Zahnpasta erfolgen, die einen Fluoridgehalt von mindestens 1000 ppm Fluorid enthält." Mit 1450 ppm liegt jede blend-a-med-Tube darüber. Welche Rolle die Form des Fluorids spielt, erklären wir in elmex Zahnpasta: alle Sorten erklärt.
Complete Protect Expert: die Zinnfluorid-Tube
Complete Protect Expert Tiefenreinigung ist die einzige blend-a-med-Zahnpasta bei dm und Müller, die mehr kann als Natriumfluorid. Der Warnhinweis bei dm.de nennt die Mengen genau: "Enthält Zinnfluorid (1100 ppm Fluorid) und Natriumfluorid (350 ppm Fluorid)." Zusammen sind das wieder 1450 ppm. Die Zutatenliste:
Aqua, Sorbitol, Hydrated Silica, Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Gluconate, Carrageenan, Aroma, Sodium Citrate, Xanthan Gum, Zinc Citrate, Stannous Fluoride, Sodium Hydroxide, Stannous Chloride, Sodium Saccharin, Glycerin, Sodium Fluoride, Limonene, Sucralose, CI 74160, CI 42090, Citric Acid, Sodium Benzoate, Potassium Sorbate.
Zutatenliste laut dm.de, Artikelnummer 1703269, abgerufen am 26. September 2026.
Neben Zinnfluorid enthält die Tube Zinnchlorid, eine zweite Zinnquelle, und Zinkcitrat. Was Procter & Gamble mit "Zinnkomplex-Technologie" genau meint, erklärt die Produktseite nicht; Natriumgluconat und Natriumcitrat werden in solchen Rezepturen üblicherweise verwendet, um das Zinn zu stabilisieren. Die Tube ist laut Packung "geeignet für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren. Für Kinder ab 6 Jahren, fragen Sie Ihren Zahnarzt."
Die Werbepunkte bei dm.de lauten: "Mit Zinnkomplex-Technologie", "24 Stunden Schutz vor Plaque", "Reinigt und kann Plaque zwischen den Zähnen bekämpfen", "Schutzschicht gegen Bakterien und Säuren" und "Stärkt aktiv durch die Remineralisierung des Zahnschmelzes". Zinnfluorid wird seit Jahrzehnten gegen Plaque und Säureschäden untersucht. Welche Studien es zu blend-a-med gibt und wer sie gemacht hat, steht im nächsten Abschnitt. Einen genauen Vergleich der beiden Fluoridformen haben wir in Hydroxylapatit oder Fluorid und für meridol, das ebenfalls Zinnfluorid nutzt, in unserem meridol-Test.
Ein Punkt, der beim Vergleich mit den Studien wichtig ist: Die Studien von 2009 bis 2011 beschreiben das getestete blend-a-med-Produkt als Zinnfluorid mit Natriumhexametaphosphat. In der heutigen Complete Protect Expert steht kein Natriumhexametaphosphat, dafür Zinkcitrat, das in den Abstracts nicht vorkommt. Die Rezeptur wurde also mindestens einmal geändert, oder die heutige Tube ist ein verwandtes, aber anderes Produkt. Die Studien beschreiben deshalb nicht exakt die Tube, die du heute kaufst.
Die Kundschaft ist gespalten. Bei dm.de hat die Tube 3,79 von 5 Sternen aus 169 Bewertungen, auf der Seite von Procter & Gamble 4,5 von 5 aus 77. Das sind verschiedene Gruppen von Menschen, und keine der beiden Zahlen ist "die" Bewertung. Auffällig ist nur, dass sie beim Händler deutlich niedriger liegt als beim Hersteller.
Titandioxid: das Öko-Test-Urteil und die Tube von heute
Am 9. April 2023 veröffentlichte Öko-Test einen frei lesbaren Artikel mit der Überschrift "Zu viele Minuspunkte: Blend-A-Med Rundumschutz im Test 'ungenügend'". Die Begründung, wörtlich: "In der Blend-A-Med Rundumschutz Classic stecken Titandioxid, Natriumlaurylsulfat, PEG-Verbindungen und synthetische Polymere." Und weiter: "Weil die getestete Blend-A-Med Rundumschutz Classic Titandioxid, Natriumlaurylsulfat und PEG-Verbindungen enthält, ziehen wir sechs Noten ab. Damit kann das Gesamturteil nur 'ungenügend' lauten."
Öko-Test begründet die Abwertung von Titandioxid damit, dass es seit August 2022 in Lebensmitteln verboten ist und in Zahnpasta, die verschluckt werden kann, deshalb nichts mehr zu suchen habe. Rechtlich ist Titandioxid in Zahnpasta weiter erlaubt. Warum das für Kaugummi anders ist, steht in EU verbietet Titandioxid im Kaugummi. Die Classic war damals kein Einzelfall: Laut dem zugehörigen Übersichtsartikel von Öko-Test fielen 19 von 48 getesteten Universalzahncremes mit mangelhaft oder ungenügend durch.
Im selben Artikel steht die Antwort des Herstellers: "Laut Anbieter Procter & Gamble werde die Blend-A-Med Rundumschutz Classic ab August/September 2023 ohne Titandioxid erhältlich sein." Drei Jahre später lässt sich das prüfen. In keiner der zwölf Zutatenlisten, die dm.de und dm.at für blend-a-med zeigen, steht Titanium Dioxide oder die Farbnummer CI 77891, auch nicht bei der Classic. Die Listen von heute passen also zur Ankündigung von 2023. Einen neuen Labortest derselben Tube durch Öko-Test habe ich nicht gefunden.
Die anderen Kritikpunkte gelten teilweise weiter. Natriumlaurylsulfat steht in jeder blend-a-med-Zahnpasta bei dm, bei der Complete Protect Expert an vierter Stelle. Öko-Test schreibt dazu, SLS könne die Mundschleimhaut reizen. Polysorbat 80, eine PEG-Verbindung, steht in allen Rundumschutz-Tuben. Wenn du auf diese Stoffe verzichten willst, ist blend-a-med nicht die richtige Marke. Wenn dich vor allem das Titandioxid gestört hat, hat sich das nach den heutigen Listen erledigt.
Fluorid und Kinder: der Hinweis auf der Classic
Eine eigene Kinderzahnpasta von blend-a-med habe ich bei dm und Müller nicht gefunden. Relevant ist das, weil die Classic einen Hinweis für Kinder trägt. Bei dm.de steht im Warnhinweis: "Für Kinder bis 6 Jahre: Nur erbsengroße Menge Zahnpasta benutzen", bei 1450 ppm Fluorid. Die Tube schließt Kinder unter sechs also nicht aus, sondern gibt eine Mengenangabe.
Öko-Test hat genau das 2023 kritisiert. Die Classic sei laut Verpackung auch für Kinder unter 6 Jahren geeignet, enthalte aber mehr als 1000 ppm Fluorid. Öko-Test verweist auf ein Konsensuspapier von Kinderärzten und Kinderzahnärzten zur Kariesprävention im frühen Kindesalter, das für Kinder von 0 bis 6 Jahren 1000 ppm empfiehlt. Das Konsensuspapier selbst habe ich nicht gelesen; ich gebe hier wieder, was Öko-Test schreibt.
Eine Leitlinie der AWMF mit Fluoridwerten für Kinder gibt es derzeit nicht; sie ist laut Register noch in Arbeit. Andere Marken lösen das mit eigenen Kindertuben, zum Beispiel Odol-med3 mit 1000 ppm bis 6 Jahre und 1450 ppm ab 6, siehe unseren Odol-med3-Test. Für dein Kind gilt: Frag in der Zahnarztpraxis, welche Zahnpasta und welche Menge passt, statt eine Erwachsenen-Tube in kleiner Menge zu verwenden.
Die Studienlage: was es gibt
Eine Suche nach "blend-a-med" in PubMed ergibt am 26. September 2026 22 Treffer. Viele nennen die Marke nur am Rande, etwa als eines von vielen Vergleichsprodukten in Studien zu Zahnbürsten. Die folgenden Arbeiten untersuchen ein blend-a-med-Produkt direkt. Jede habe ich über ihre PMID bei NCBI aufgelöst und Titel, Autoren, Design, Ergebnis und die angegebene Institution mit dem Abstract abgeglichen.
Studien, die ein blend-a-med-Produkt direkt untersuchen. PMIDs am 26. September 2026 bei NCBI aufgelöst.
| Studie | Design | Ergebnis in einem Satz | Wer hat sie gemacht |
|---|---|---|---|
| Bellamy et al. 2009, J Contemp Dent Pract, PMID 19279966 | Randomisiert, doppelblind, Crossover, 25 Teilnehmende, je 17 Tage | Mit blend-a-med Expert Gums Protection 17 bis 23 Prozent weniger Plaquefläche als mit Sensodyne ProNamel | Procter & Gamble |
| Bellamy et al. 2009, J Clin Dent, PMID 19591334 | Randomisiert, doppelblind, Crossover, 29 Teilnehmende, je 17 Tage | Mit blend-a-med Expert Gums Protection 19 bis 26 Prozent weniger Plaquefläche als mit Lacalut Aktiv | Procter & Gamble |
| Bellamy et al. 2011, Int J Dent Hyg, PMID 21356021 | Randomisiert, doppelblind, Crossover, 27 Auswertbare, je 17 Tage | Mit blend-a-med Pro Expert 26 bis 28 Prozent weniger Plaque als mit Sensodyne ProNamel | Procter & Gamble |
| Faller et al. 2014, Int Dent J, PMID 24571702 | Labor, Erosionsmodell mit Zitronensäure, 11 Zahnpasten | Oral-B/blend-a-med Pro-Expert verlor 6,5 Mikrometer Schmelz, signifikant weniger als alle Vergleichsprodukte außer Crest Pro-Health | Temple University; Finanzierung im Eintrag nicht angegeben |
| Barlow et al. 2009, J Clin Dent, PMID 20131679 | In situ, randomisiert, 58 Teilnehmende in Studie A | Sensodyne Pronamel härtete angegriffenen Schmelz signifikant stärker wieder auf als blend-a-med Classic | GlaxoSmithKline, Hersteller von Sensodyne |
| Arnold et al. 2006, BMC Oral Health, PMID 16776820 | Labor, 90 Zähne, 6 Gruppen | Bei blend-a-med Complete keine sichtbare Remineralisierung im Kern der Läsion, anders als bei elmex und Colgate; mehr Fluorid im Schmelz aber auch hier | Universität Witten/Herdecke |
Die drei Plaque-Studien von Bellamy und Kollegen folgen demselben Muster. Freiwillige putzen 17 Tage mit der einen, dann 17 Tage mit der anderen Zahnpasta, die Plaque wird angefärbt und auf Fotos vermessen. In allen drei Studien hatte die Gruppe mit blend-a-med rund ein Fünftel bis ein Viertel weniger Plaquefläche als mit dem Vergleichsprodukt, zweimal Sensodyne ProNamel, einmal Lacalut Aktiv. Eine vierte Studie derselben Gruppe von 2011 vergleicht ebenfalls mit Lacalut Aktiv, nennt aber nur "a novel stabilized stannous fluoride dentifrice" und nicht den Namen blend-a-med (PMID 22403979). Die Einzelheiten stehen in unserem Lacalut-Test.
Die Laborstudie von Faller und Kollegen aus dem International Dental Journal 2014 (PMID 24571702) ist der deutlichste Befund zugunsten der Zinn-Technik. Schmelzproben wurden mit elf Zahnpasten behandelt und danach mit Zitronensäure angegriffen. Die Probe mit Oral-B/blend-a-med Pro-Expert verlor 6,5 Mikrometer Schmelz, Crest Pro-Health 3,0; beide lagen signifikant besser als alle anderen, darunter meridol mit 12,0, Odol med 3 mit 14,2, elmex mit 14,5, Lacalut aktiv mit 18,5 und Sensodyne ProNamel mit 20,5. Der Eintrag nennt als Institution die Temple University, eine Angabe zur Finanzierung fehlt. Es ist ein Laborversuch mit vier Schmelzproben pro Gruppe, kein Versuch an Menschen.
Zwei Studien zeichnen ein anderes Bild. In einer In-situ-Studie von GlaxoSmithKline, dem Hersteller von Sensodyne (PMID 20131679), trugen 58 Freiwillige Schmelzproben in einer Gaumenplatte, die vorher mit Grapefruitsaft angegriffen worden waren. Nach dem Putzen härtete der Schmelz mit Sensodyne Pronamel signifikant stärker wieder auf als mit blend-a-med Classic. Beide Fluorid-Zahnpasten waren klar besser als eine Zahnpasta ohne Fluorid.
Die einzige Studie ohne Beteiligung eines Zahnpasta-Herstellers, die ich gefunden habe, kommt von der Universität Witten/Herdecke (PMID 16776820). Arnold und Kollegen behandelten künstlich angegriffenen Schmelz von 90 Zähnen mit verschiedenen Zahnpasten. Im Mikroskop zeigte sich eine stärkere Remineralisierung im Kern der Läsion bei elmex Anticaries, elmex Sensitive und Colgate, "but not in the Blend-a-med group". Gleichzeitig stieg auch bei blend-a-med Complete der Fluoridgehalt in der Schmelzoberfläche signifikant, und der Schmelz löste sich in Säure schlechter. Ein gemischtes Ergebnis, zu einem Produkt, das es heute so nicht mehr gibt.
Dazu zwei historische Einträge, die ich der Vollständigkeit halber nenne. Eine finnische Studie von 1976 fand, dass die damalige Mundspülung "Blend-a-med Fluid" das Wachstum von Plaque nicht verhindern konnte (PMID 1069010). Und der schon erwähnte Artikel von 2010 beschreibt die Zinn-Technik aus Sicht des Herstellers. Beides sagt über die heutigen Zahnpasten nichts aus.
Wer hat die Studien bezahlt?
Das Muster in der Tabelle ist deutlich. Jede klinische Plaque-Studie mit dem Namen blend-a-med stammt von Forschern des Procter & Gamble-Innovationszentrums in Egham bei London, und jede kommt zu dem Ergebnis, dass die blend-a-med-Tube besser ist als das Konkurrenzprodukt. Die einzige Studie eines Konkurrenten, GlaxoSmithKline, kommt für das eigene Produkt Sensodyne zum umgekehrten Ergebnis. Und die einzige unabhängige Studie aus Witten fand bei blend-a-med ein schwächeres Ergebnis als bei zwei anderen Marken.
Das heißt nicht, dass die Studien von Procter & Gamble falsch sind. Sie sind randomisiert, doppelblind und im Design sauber beschrieben. Es heißt aber, dass du sie mit ihrem Absender lesen solltest. Wenn ein Hersteller sein Produkt gegen das eines Konkurrenten testet und gewinnt, ist das ein Hinweis, kein unabhängiger Beleg. Dasselbe gilt für die Sensodyne-Studie von GlaxoSmithKline.
Für die Rundumschutz-Reihe, also die Tuben, die die meisten Menschen kaufen, gibt es keine eigene Studie. Das ist für eine einfache Natriumfluorid-Zahnpasta normal. Die Wirkung von Fluorid gegen Karies ist durch Hunderte Studien belegt, und dafür braucht es keine Studie pro Marke. Die Studien zu blend-a-med betreffen fast alle die Zinn-Technik, die du nur in der Complete Protect Expert bekommst.
Die Werbeaussagen und ihre Fußnoten
Blend-a-med wirbt insgesamt zurückhaltender als manche Konkurrenten. Hier die Aussagen, die mir aufgefallen sind.
- "Schützt Ihre Zähne rund um die Uhr" (Überschrift auf for-me-online.de): mit der Fußnote "gegen Karies bei zweimal täglich putzen". Sauber gekennzeichnet, und für eine Fluorid-Zahnpasta plausibel.
- "24 Stunden Schutz vor Plaque" (Complete Protect Expert, dm.de): mit dem Zusatz "bei zweimal täglicher Verwendung". Eine konkrete Studie nennt die Produktseite nicht.
- "Stärkt aktiv durch die Remineralisierung des Zahnschmelzes" (Complete Protect Expert): Fluorid unterstützt die Remineralisierung, das ist gut belegt. Eine Studie zu genau dieser Tube nennt die Seite nicht.
- "Schutzschicht gegen Bakterien und Säuren" (Complete Protect Expert): passt zur Laborstudie von 2014 und zur Zinn-Technik allgemein, eine Quelle steht nicht dabei.
- "Entfernt Oberflächenverfärbungen" (Classic): Das leisten die Putzkörper jeder Zahnpasta. Einen RDA-Wert, also ein Maß für den Abrieb, nennt blend-a-med für keine Tube, siehe RDA-Wert erklärt.
Was ich nicht gefunden habe, ist genauso erwähnenswert: keine Aussage wie "Nr. 1" und keine Zahnarzt-Empfehlung, weder auf for-me-online.de noch auf den zwölf Produktseiten bei dm. Viele Marken im Regal werben mit solchen Ranglisten, deren Grundlage selten offenliegt. Blend-a-med verzichtet in den Quellen, die ich geprüft habe, darauf.
Stiftung Warentest und Öko-Test
Stiftung Warentest führt im aktuellen Test "Zahnpasta im Test" drei blend-a-med-Produkte: Complete Expert 24H Schutz, mit Datum 21. Oktober 2024, sowie 3D White Vitalizing Fresh und 3D White Luxe Charcoal, beide mit Datum 27. August 2025. Die Noten, den Abrieb und die Laborwerte zeigt test.de erst nach Freischaltung, bei diesen drei Einträgen nicht einmal den mittleren Preis. Ich habe keine frei zugängliche Quelle gefunden, die die Noten nennt, und nenne deshalb keine.
Frei lesbar sind zwei ältere Pressemitteilungen. Im März 2011 schrieb Stiftung Warentest über einen Test von 21 Weißmacher-Zahnpasten: "Genauso gut, aber sanfter reinigen blend-a-med Pro Expert (2,31 Euro), blend-a-med 3 D whithe (2,45 Euro), Sensodyne Proschmelz Sanftes Zahnweiß (5,33 Euro) oder Theramed Anti-Verfärbungszahncreme (5,78 Euro)." Gemeint ist: so gut wie die Testbeste beim Entfernen von Flecken, aber mit weniger Abrieb. Das ist 15 Jahre her, und Rezepturen wie Preise haben sich seitdem geändert. Und im Januar 2006 waren die blend-a-med Whitestrips laut Stiftung Warentest das einzige von neun Bleichmitteln für zu Hause, das die Zähne "eindeutig heller" machte; das betrifft Streifen, keine Zahnpasta. Mehr zu Aufhellung ohne Risiko für den Schmelz steht in Weiße Zähne ohne Bleaching.
Bei Öko-Test ist das Urteil zur Rundumschutz Classic von April 2023 der einzige Treffer für blend-a-med, und er ist frei lesbar: ungenügend, wegen Titandioxid, Natriumlaurylsulfat und PEG-Verbindungen. Wie oben beschrieben, steht Titandioxid heute nicht mehr in den Listen, SLS und Polysorbat 80 schon. Ein neueres Öko-Test-Ergebnis zu blend-a-med habe ich nicht gefunden.
Preis bei dm.de, dm.at und Müller
Die Preise habe ich am 26. September 2026 direkt aus den Shops abgerufen. Anders als bei vielen Marken sind die Basis-Tuben in Deutschland und Österreich gleich teuer.
Preise laut dm.de, dm.at, mueller.de und mueller.at am 26. September 2026. rossmann.de war nicht auslesbar.
| Produkt | dm.de | dm.at | Müller DE | Müller AT |
|---|---|---|---|---|
| Extra Frisch Clean, 75 ml | 1,15 € | 1,15 € | 1,15 € | 1,15 € |
| Kräuter Clean, 75 ml | 1,15 € | 1,15 € | nicht gelistet | nicht gelistet |
| Classic, 2 x 75 ml | 1,95 € | nicht gelistet | nicht gelistet | nicht gelistet |
| Classic Rundumschutz XXL, 125 ml | nicht gelistet | 1,75 € | nicht gelistet | nicht gelistet |
| Milde Frische Clean XXL, 125 ml | nicht gelistet | 1,75 € | nicht gelistet | nicht gelistet |
| Complete Protect Expert Tiefenreinigung, 75 ml | 2,75 € | nicht gelistet | 2,75 € | 3,55 € |
Umgerechnet kostet die Classic im Doppelpack bei dm.de 1,30 Euro pro 100 ml, die Extra Frisch Clean 1,53 Euro und die XXL-Tuben in Österreich 1,40 Euro. Damit gehört die Rundumschutz-Reihe zu den günstigsten Marken-Zahnpasten im Regal. Die Complete Protect Expert kostet mit 3,67 Euro pro 100 ml in Deutschland mehr als das Doppelte; in Österreich habe ich sie nur bei Müller gefunden, für 3,55 Euro, rund 29 Prozent mehr als in Deutschland.
Zum Vergleich innerhalb unserer Tests: Die Odol-med3 Original kostet bei dm.de 1,25 Euro für 75 ml, in Österreich aber 1,85 Euro. Bei blend-a-med ist der Preis für die Basis-Tube in beiden Ländern gleich. Für Leser in Österreich ist die Rundumschutz-Reihe damit eine der günstigsten Fluorid-Zahnpasten einer großen Marke.
Für wen blend-a-med passt, und für wen nicht
- Passt: Du willst eine Fluorid-Zahnpasta für wenig Geld, die die Leitlinie erfüllt. Die Rundumschutz-Reihe leistet genau das, ab 1,15 Euro in Deutschland und Österreich.
- Passt: Du willst Zinnfluorid ausprobieren und die Studienlage mit Blick auf den Absender einordnen. Die Complete Protect Expert kostet bei dm.de 2,75 Euro.
- Passt mit Absprache: Du hast Zahnfleischbluten. Zinnfluorid kann Plaque verringern, aber Zahnfleischbluten gehört in die Zahnarztpraxis. Vergleiche auch parodontax.
- Passt nicht: Du willst ohne Fluorid putzen oder Hydroxylapatit in der Zahnpasta. Beides gibt es bei blend-a-med nicht, siehe Zahnpasta ohne Fluorid.
- Passt nicht: Du willst SLS oder PEG-Verbindungen meiden. SLS steht in jeder Tube bei dm, Polysorbat 80 in der Rundumschutz-Reihe.
- Passt nicht: Du suchst eine Kinderzahnpasta. Eine eigene Kindertube habe ich bei dm und Müller nicht gefunden.
Fairness: was blend-a-med richtig macht
Blend-a-med macht beim Wichtigsten vieles richtig. Jede Tube hat 1450 ppm Fluorid, und bei der Zinnfluorid-Tube steht sogar im Warnhinweis, wie viel Fluorid aus welcher Verbindung kommt, 1100 ppm aus Zinnfluorid und 350 ppm aus Natriumfluorid. Das ist genauer als bei den meisten Marken im Regal. Das Titandioxid, für das Öko-Test 2023 ein ungenügend vergab, ist nach den heutigen Listen verschwunden, wie Procter & Gamble es damals angekündigt hatte. Die Basis-Tuben kosten in Deutschland und Österreich dasselbe, und das wenig. Die Werbung kommt ohne "Nr. 1" und ohne Zahnarzt-Empfehlung aus. Und hinter der Zinn-Technik steht, bei allen Vorbehalten zum Absender, mehr Forschung als hinter den meisten Konkurrenzprodukten, inklusive eines Laborbefunds von 2014, in dem die Pro-Expert unter elf Zahnpasten den Schmelz am zweitbesten schützte. Wer eine günstige, solide Fluorid-Zahnpasta will, ist bei blend-a-med gut aufgehoben.
Mein Interessenkonflikt
Ich bin Max, Gründer von Minvelle. Wir verkaufen einen Kaugummi mit Hydroxylapatit, keine Zahnpasta. Blend-a-med ist also kein direkter Konkurrent, und ein Kaugummi ersetzt keine Zahnpasta. Trotzdem habe ich ein Interesse daran, dass du am Ende unseren Kaugummi kaufst, und das solltest du beim Lesen wissen. Ich habe für diesen Test keine Produkte von Procter & Gamble oder einem Händler erhalten und stehe mit dem Unternehmen in keinem Kontakt. Hier der direkte Vergleich, damit du weißt, wo mein Interesse liegt.
Blend-a-med und Minvelle im Vergleich
| Fakt | Blend-a-med Complete Protect Expert (laut diesem Test) | Minvelle |
|---|---|---|
| Wofür | Zähneputzen, zweimal am Tag, ab 12 Jahren | Kaugummi, ein Stück pro Tag nach dem Essen, mindestens 20 Minuten |
| Wirkstoff-Angabe | 1100 ppm Fluorid aus Zinnfluorid plus 350 ppm aus Natriumfluorid; kein Hydroxylapatit | 5,7 mg Nano-Hydroxylapatit pro 1,9-g-Stück, auf der Box gedruckt |
| Veröffentlichte Dokumente | Vollständige Zutatenliste mit Fluoridangabe; Studien zur Zinn-Technik, fast alle vom Hersteller | Vollständige Zutatenliste und Chargenzertifikat, laborgeprüft; keine klinische Studie zum Kaugummi |
| Preis | 2,75 Euro pro 75-ml-Tube bei dm.de | 24,99 Euro pro Box mit 18 Stück |
Minvelle passt zu dir, wenn du morgens und abends mit einer Fluorid-Zahnpasta wie blend-a-med putzt und tagsüber nach dem Essen Hydroxylapatit mit genannter Dosis ergänzen willst. Wenn dir die Zahnpasta allein reicht, ist die günstigere Lösung die Tube, die du schon hast.
Wichtig für den fairen Vergleich: Für den Minvelle-Kaugummi gibt es keine klinische Studie. Wir veröffentlichen die Dosis pro Stück, die Zutatenliste und ein Chargenzertifikat. Das ist Transparenz über das Produkt, kein Wirksamkeitsbeleg. Procter & Gamble hat an dieser Stelle mehr Studien vorzuweisen als wir, auch wenn sie fast alle aus dem eigenen Haus stammen.
Wie ich diesen Test gemacht habe
Alle Angaben zu blend-a-med stammen aus Primärquellen, abgerufen am 26. September 2026: das Impressum auf de.pg.com; der Katalog auf for-me-online.de, der Verbraucherseite von Procter & Gamble; die Produktdaten von dm.de und dm.at für jede dort gelistete Tube, mit Zutatenliste, Warnhinweisen und Werbepunkten; die Suche auf mueller.de und mueller.at; die frei lesbaren Einträge und Pressemitteilungen auf test.de; der frei lesbare Artikel von Öko-Test; die Leitlinie im AWMF-Register. Die Studien habe ich über ihre PMID bei NCBI aufgelöst und Titel, Autoren, Design, Institution und Ergebnis mit dem Abstract abgeglichen.
Was ich nicht prüfen konnte, steht ausdrücklich im Text: die Seiten blend-a-med.de und blend-a-med.at (nicht erreichbar), die Zutatenlisten und Preise der 3D-White-Reihe (bei keinem geprüften Händler gefunden), die Noten von Stiftung Warentest (Bezahlschranke), die Finanzierung der Laborstudie von 2014 (im Eintrag nicht angegeben), das von Öko-Test zitierte Konsensuspapier zu Fluorid bei Kindern (nicht selbst gelesen), eine österreichische Firmenadresse (nicht gefunden) und die Angaben bei Rossmann (Seite nicht auslesbar). Ich habe die Zahnpasten nicht selbst im Labor analysiert. Stand aller Angaben: 26. September 2026. Wenn sich etwas ändert, aktualisiere ich diesen Test mit neuem Datum.
Häufig gestellte Fragen
Ist blend-a-med eine gute Zahnpasta?
Als Fluorid-Zahnpasta ja. Jede Tube, die ich bei dm und Müller gefunden habe, enthält 1450 ppm Fluorid und erfüllt damit die Empfehlung der deutschen Karies-Leitlinie. Die einzige Sorte mit Zinnfluorid, Complete Protect Expert Tiefenreinigung, hat mehrere Studien hinter ihrer Technik, fast alle aber vom Hersteller selbst. Die einzige unabhängige Studie, die ich gefunden habe, zeigt ein gemischtes Ergebnis.
Enthält blend-a-med Titandioxid?
In den aktuellen Zutatenlisten bei dm.de und dm.at nicht. Öko-Test hatte die Rundumschutz Classic im April 2023 unter anderem wegen Titandioxid mit ungenügend bewertet. Procter und Gamble kündigte damals laut Öko-Test an, die Tube ab August oder September 2023 ohne Titandioxid zu verkaufen. Die Listen von heute passen dazu.
Welche blend-a-med Zahnpasta hat Zinnfluorid?
Bei dm und Müller nur eine: Complete Protect Expert Tiefenreinigung. Sie enthält laut Warnhinweis Zinnfluorid mit 1100 ppm und Natriumfluorid mit 350 ppm, dazu Zinnchlorid und Zinkcitrat. Sie ist laut Packung ab 12 Jahren geeignet, für Kinder ab 6 Jahren soll man die Zahnarztpraxis fragen.
Enthält blend-a-med Hydroxylapatit?
Nein. In keiner der Zutatenlisten, die dm.de und dm.at für blend-a-med zeigen, steht Hydroxyapatite. Alle Tuben setzen auf Fluorid, entweder Natriumfluorid allein oder Zinnfluorid mit Natriumfluorid.
Was kostet blend-a-med?
Bei dm.de am 26. September 2026: Extra Frisch Clean und Kräuter Clean je 1,15 Euro für 75 ml, Classic im Doppelpack mit 2 mal 75 ml 1,95 Euro, Complete Protect Expert Tiefenreinigung 2,75 Euro für 75 ml. Bei dm.at kosten Extra Frisch Clean und Kräuter Clean ebenfalls 1,15 Euro. Die Complete Protect Expert fand ich in Österreich nur bei Müller, für 3,55 Euro.
Was sagt Stiftung Warentest zu blend-a-med?
Stiftung Warentest hat im aktuellen Zahnpasta-Test drei blend-a-med-Produkte: Complete Expert 24H Schutz, 3D White Vitalizing Fresh und 3D White Luxe Charcoal. Die Noten stehen hinter einer Bezahlschranke, deshalb nenne ich keine. Frei lesbar ist eine Pressemitteilung von 2011, in der zwei damalige blend-a-med-Weißzahnpasten Flecken genauso gut, aber sanfter entfernten als die Testbeste.
Wer stellt blend-a-med her?
Procter und Gamble. Laut Impressum auf de.pg.com ist das die Procter und Gamble Germany Holding GmbH in Schwalbach am Taunus, Amtsgericht Königstein im Taunus, HRB 5437. Auch auf den Produktseiten bei dm.at steht die deutsche Adresse in Schwalbach. Ein Artikel von Procter und Gamble aus dem Jahr 2010 beschreibt blend-a-med als den europäischen Namen einer Technik, die in China als Crest verkauft wird.
Ist blend-a-med für Kinder geeignet?
Eine eigene Kinderzahnpasta habe ich bei dm und Müller nicht gefunden. Die Classic trägt den Hinweis, Kinder bis 6 Jahre sollten nur eine erbsengroße Menge benutzen, bei 1450 ppm Fluorid. Öko-Test hat das 2023 kritisiert und auf ein Konsensuspapier verwiesen, das für Kinder bis 6 Jahre 1000 ppm empfiehlt. Frag bei Kindern in der Zahnarztpraxis, welche Zahnpasta passt.
Blend-a-med ist für das Putzen. Unser Kaugummi für die Zeit dazwischen.
Minvelle ist ein Hydroxylapatit-Kaugummi für nach dem Essen: 5,7 mg pro Stück, 18 Stück pro Box, ein Stück am Tag, mindestens 20 Minuten kauen. Kein Ersatz für Zahnpasta, eine Ergänzung. Alle Zahlen stehen auf unserer Transparenz-Seite, mit dem Chargenzertifikat daneben.
Minvelle testen mit WELCOME10 →Oder erst die Zahlen: die Kaugummi-Datenbank, jede Marke im Vergleich
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Minvelle ist um eine Idee herum gebaut: Hydroxylapatit tagsüber, nach dem Essen, in einem Kaugummi, dessen Dosis pro Stück veröffentlicht ist. Ich schreibe auch über Zahnpasten aus dem Drogerieregal, weil die meisten Menschen genau dort ihre Fragen haben, und ich sage dabei jedes Mal, wo mein Interesse liegt.
Jeder Minvelle-Artikel wird gegen Primärquellen geprüft; Studien werden nur mit einer PMID zitiert, die auf PubMed auflöst. Mehr dazu, wie diese Marke entstanden ist →
Dieser Artikel dient der Information. Er ist keine medizinische Beratung. Sprich mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin, bevor du deine Mundpflege umstellst. Kein hier genanntes Produkt ersetzt das Zähneputzen oder den Zahnarztbesuch.
- Procter & Gamble Deutschland, Impressum, abgerufen am 26. September 2026: de.pg.com.
- Procter & Gamble, for-me-online.de, Markenseite blend-a-med mit allen Produktlinien, abgerufen am 26. September 2026: www.for-me-online.de.
- ÖKO-TEST, Zu viele Minuspunkte: Blend-A-Med Rundumschutz im Test "ungenügend", 9. April 2023: www.oekotest.de.
- ÖKO-TEST, Zahnpasta-Test: Immer noch Titandioxid in 13 von 48 Zahncremes, Jahrbuch für 2024: www.oekotest.de.
- Stiftung Warentest, Pressemitteilung Zahnpasta für weiße Zähne, 24. März 2011: www.test.de.
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- Minvelle Transparenz-Seite: Dosis pro Stück und Chargenzertifikat: www.minvelle.com.