Meridol Zahnpasta im Test: Wirkstoffe, Studien, Preis 2026
meridol ist die Zahnpasta, zu der viele greifen, sobald das Zahnfleisch blutet. Aber meridol ist nicht eine Zahnpasta, sondern mehrere, und die zwei bekanntesten haben unterschiedliche Wirkstoffe. Ich habe geprüft, was die Hersteller-Seiten, die Zutatenlisten, sieben Studien mit PMID, die deutschen Leitlinien und die Preise bei dm wirklich hergeben. Geschrieben vom Gründer eines Kaugummi-Herstellers, der mit Hydroxylapatit arbeitet und das offen dazusagt.
meridol ist die Zahnfleisch-Marke der CP GABA GmbH in Hamburg, die laut Handelsregister zur Colgate-Palmolive-Gruppe gehört und auch elmex verkauft. Die zwei wichtigsten Tuben unterscheiden sich im Wirkstoff: Parodont Expert enthält Zinnfluorid und Natriumfluorid (1450 ppm), die klassische Zahnfleischschutz-Tube laut einer unabhängigen Datenbank Aminfluorid und Natriumfluorid ohne Zinnfluorid. Die Wirkstoffklasse Aminfluorid und Zinnfluorid ist gut untersucht und wird von der deutschen S3-Leitlinie als Ergänzung zum Putzen gegen Gingivitis empfohlen; die älteren Studien mit dem Namen meridol testeten eine Rezeptur mit Zinnfluorid. Bekannte Nebenwirkung der Wirkstoffklasse: Verfärbungen. Preis bei dm: 4,95 Euro (Zahnfleischschutz, DE) bis 7,45 Euro (Parodont Expert) pro 75 ml. Wenn du tagsüber etwas für deinen Zahnschmelz tun willst, ist Minvelle ein Kaugummi mit Hydroxylapatit als Ergänzung zum Putzen, kein Mittel gegen Zahnfleischbluten.
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Ist meridol Zahnpasta gut? Für Zahnfleischprobleme ist sie eine der am besten belegten Optionen im Drogerieregal, mit einer Einschränkung: welche Tube du kaufst, entscheidet, welcher Beleg für dich gilt. Die Kombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid ist in randomisierten Studien gegen Plaque und Zahnfleischentzündung untersucht und in der deutschen S3-Leitlinie als Ergänzung zum Putzen empfohlen. Parodont Expert enthält heute Zinnfluorid; die günstigere Zahnfleischschutz-Tube laut unabhängiger Datenbank nicht. Beide enthalten Fluorid in der Menge, die die Karies-Leitlinie verlangt. Bekannte Schwäche der Wirkstoffklasse sind Verfärbungen. Und egal welche Tube: Zahnfleischbluten, das nach ein bis zwei Wochen guter Pflege nicht besser wird, gehört zur Zahnärztin.
Hier das Wichtigste in einer Tabelle, mit Quelle und Abrufdatum in jeder Zeile, damit du alles selbst nachprüfen kannst.
meridol auf einen Blick. Zusammengestellt von Minvelle, zuletzt geprüft am 25. September 2026.
| Merkmal | meridol (Zahnfleischschutz und Parodont Expert) | Quelle, Stand |
|---|---|---|
| Anbieter | CP GABA GmbH, Hamburg (Amtsgericht Hamburg, HRB 65891), Colgate-Palmolive-Gruppe | Handelsregister via northdata.com, 25. September 2026 |
| Wirkstoff Parodont Expert | Zinnfluorid und Natriumfluorid, zusammen 1450 ppm; dazu Zinkoxid und Zinkcitrat | meridol.de Produktseite, 25. September 2026 |
| Wirkstoff Zahnfleischschutz | Olaflur (Aminfluorid) und Natriumfluorid, 1400 ppm, Zinklactat; kein Zinnfluorid | codecheck.info, 25. September 2026; auf meridol.de nicht auslesbar |
| Studien zur Wirkstoffklasse | Randomisierte Studien und zwei systematische Übersichten zu Zinnfluorid und Gingivitis | PubMed, 25. September 2026 |
| Leitlinie | S3-Leitlinie 083-016: Aminfluorid/Zinnfluorid als Ergänzung zur mechanischen Reinigung empfohlen; gültig bis 2023, in Überarbeitung | AWMF-Register, 25. September 2026 |
| Bekannte Nebenwirkungen der Wirkstoffklasse | Verfärbungen, Brennen der Mundschleimhaut, mehr Zahnstein | S3-Leitlinie 083-016 |
| Preis 75 ml bei dm | Zahnfleischschutz 4,95 Euro (DE) und 4,45 Euro (AT); Parodont Expert 7,45 Euro | dm.de und dm.at, 25. September 2026 |
| dm-Bewertungen | Zahnfleischschutz 4,4 von 5 (3.127 Bewertungen); Parodont Expert 4,5 von 5 (558) | dm.de, 25. September 2026 |
| Kinder | Nicht geeignet unter 7 Jahren | meridol.de FAQ, 25. September 2026 |
Die meridol-Linie ist breiter geworden: neben dem klassischen Zahnfleischschutz gibt es Parodont Expert, eine Variante mit Schmerzempfindlichkeit, Sanftes Weiss und Frischer Atem, dazu passende Mundspülungen. Die Rezepturen haben sich über die Jahre geändert; meridol spricht in der eigenen FAQ von neu formulierten Aminfluorid-Zahnpasten mit Neo-Aminex-Technologie. Ein Test 2026 muss deshalb klären, welche Tube welchen Wirkstoff enthält und zu welcher Rezeptur die Studien eigentlich gehören.
- Glossar: acht Begriffe für diesen Test
- Wer steht hinter meridol?
- Die meridol-Zahnpasten 2026 und ihre Preise
- Zahnfleischschutz oder Parodont Expert: zwei Wirkstoffe
- Was "klinisch bestätigt" auf der Packung heißt
- Die Studienlage: sieben Arbeiten mit PMID
- Was die Studien zeigen und was nicht
- Was die deutschen Leitlinien sagen
- Verfärbungen und andere Nebenwirkungen
- Stiftung Warentest und Öko-Test
- meridol Erfahrungen: was Käufer schreiben
- Zahnfleischbluten: wann meridol reicht und wann nicht
- Hydroxylapatit und Zahnfleisch: der ehrliche Stand
- Für wen meridol passt, und für wen nicht
- Fairness: was meridol richtig macht
- Mein Interessenkonflikt
- Wie ich diesen Test gemacht habe
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Glossar: acht Begriffe für diesen Test
Entzündung des Zahnfleischs, meist ausgelöst durch Zahnbelag am Zahnfleischrand. Typisches Zeichen ist Bluten beim Putzen. Eine Gingivitis ist umkehrbar, wenn der Belag regelmäßig entfernt wird.
Die fortgeschrittene Form, bei der die Entzündung den Halteapparat des Zahns angreift. Sie gehört in zahnärztliche Behandlung, keine Zahnpasta heilt sie.
Ein organisches Fluorid, das in Deutschland vor allem aus elmex und meridol bekannt ist. In der Kombination mit Zinnfluorid dient das Aminmolekül laut Leitlinie vor allem als Transportmittel und Stabilisator. In den aktuellen deutschen elmex-Zahnpasten steht Olaflur laut Zutatenliste allerdings meist nicht mehr, dort heißt die Formel Neo-Aminex mit Natriumfluorid; die Einzelheiten stehen in elmex Zahnpasta: alle Sorten erklärt.
Ein Fluorid, das zusätzlich antibakteriell wirkt. Deshalb steckt es in vielen Zahnpasten gegen Zahnfleischprobleme. Bekannte Schattenseite: es kann Verfärbungen begünstigen.
Parts per million, die übliche Angabe für den Fluoridgehalt. Die deutsche Karies-Leitlinie verlangt für Erwachsene mindestens 1000 ppm; meridol liegt bei 1400 bis 1450 ppm.
Der weiche Belag aus Bakterien auf den Zähnen. Er ist die Ursache von Gingivitis und Karies. Studien messen ihn mit Indizes wie dem Plaque-Index oder dem Turesky-Index.
Zahlen, mit denen Studien die Entzündung des Zahnfleischs messen, etwa über Rötung, Schwellung und Bluten beim Sondieren.
Die höchste Stufe der medizinischen Leitlinien in Deutschland, erstellt von Fachgesellschaften auf Basis systematischer Literaturauswertung. Sie haben ein Ablaufdatum und werden regelmäßig überarbeitet.
Wer steht hinter meridol?
meridol wird in Deutschland von der CP GABA GmbH verkauft, Alsterufer 1-3 in 20354 Hamburg, eingetragen beim Amtsgericht Hamburg unter HRB 65891. Die Seite meridol.de selbst konnte ich für das Impressum nicht auslesen, sie blockiert automatisierte Abrufe. Die Angaben stammen deshalb aus dem Handelsregister, abgerufen über northdata.com und abgeglichen mit dem Online-Handelsregister. Laut dem dort eingetragenen Unternehmensgegenstand gehört die Firma zur Colgate-Palmolive-Gruppe; Gesellschafterin ist die Colgate-Palmolive Services CEW GmbH. Im Footer von meridol.de steht "© 2026 CP GABA GmbH".
Und elmex? Gehört zum selben Haus. Laut Registerhistorie wurde die frühere Gaba GmbH, der historische Hersteller von elmex, 2017 in die CP GABA GmbH verschmolzen. Das Unternehmen verkauft heute beide Marken. Die Rollenverteilung im Sortiment ist grob: elmex steht für Kariesschutz, meridol für Zahnfleisch. Wenn du also zwischen elmex und meridol schwankst, vergleichst du zwei Linien aus demselben Unternehmen, nicht zwei Konkurrenten.
Warum ist das für dich wichtig? Weil ein Konzern dieser Größe sowohl mehr Forschung finanzieren kann als ein kleiner Hersteller als auch mehr Marketing. Beides siehst du bei meridol: eine lange Liste von Studien zur Wirkstoffklasse, und gleichzeitig Packungsaussagen, die du genauer lesen solltest. Ich trenne im Folgenden beides sauber.
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Die meridol-Zahnpasten 2026 und ihre Preise
Auf meridol.de habe ich am 25. September 2026 diese Zahnpasten gefunden: Zahnfleischschutz, Zahnfleischschutz und Schmerzempfindlichkeit, Parodont Expert, Zahnfleischschutz und Sanftes Weiss sowie Zahnfleischschutz und Frischer Atem. Die Preise habe ich über die Produktsuche von dm.de und dm.at ausgelesen, jeweils der reguläre Regalpreis, nicht der Mitgliedspreis.
meridol-Zahnpasten in der dm-Produktsuche, abgerufen am 25. September 2026. Müller listet die gemeinsamen Produkte zum gleichen Preis wie dm.de. Rossmann und BIPA konnte ich nicht auslesen.
| Produkt | Inhalt | dm.de | dm.at | Pro 100 ml (DE) |
|---|---|---|---|---|
| meridol Zahnfleischschutz | 75 ml | 4,95 Euro | 4,45 Euro | 6,60 Euro |
| meridol Zahnfleischschutz, Doppelpack | 2 × 75 ml | 8,25 Euro | nicht gelistet | 5,50 Euro |
| meridol Zahnfleischschutz, Reisegröße | 20 ml | 1,65 Euro | nicht gelistet | 8,25 Euro |
| meridol Parodont Expert | 75 ml | 7,45 Euro | 7,45 Euro | 9,93 Euro |
| meridol Zahnfleischschutz Sanftes Weiss | 75 ml | 5,65 Euro | 6,75 Euro | 7,53 Euro |
| meridol Zahnfleischschutz und Schmerzempfindlichkeit | 75 ml | nicht gelistet | 6,75 Euro | nur AT: 9,00 Euro |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens ist die klassische Zahnfleischschutz-Tube in Österreich bei dm 50 Cent günstiger als in Deutschland, während Parodont Expert in beiden Ländern 7,45 Euro kostet. Zweitens ist Parodont Expert pro 100 ml rund 50 Prozent teurer als der Zahnfleischschutz. Für diesen Aufpreis bekommst du, wie der nächste Abschnitt zeigt, einen anderen Wirkstoff und nicht nur eine andere Verpackung.
dm.at führt zusätzlich eine Tube namens meridol Zahnpasta Schnelle Wirkung für 6,95 Euro, die ich in der deutschen Liste nicht gefunden habe. Ob das ein eigenes Produkt ist oder ein anderer Marktname, konnte ich nicht klären; ich lasse sie deshalb aus dem Vergleich.
Zahnfleischschutz oder Parodont Expert: zwei Wirkstoffe
Das ist die vollständige INCI-Liste von meridol Parodont Expert, wie sie am 25. September 2026 auf der Produktseite von meridol.de stand:
Glycerin, Hydrated Silica, Aqua, Sorbitol, PEG-12, Tetrasodium Pyrophosphate, Aroma, Sodium Lauryl Sulfate, Sodium Citrate, Trisodium Phosphate, Zinc Oxide, Stannous Pyrophosphate, Microcrystalline Cellulose, Sodium Saccharin, Citric Acid, Zinc Citrate, Phosphoric Acid, Stannous Fluoride, Cellulose Gum, Cocamidopropyl Betaine, Carrageenan, Sodium Fluoride, Sucralose, Anethole, Eucalyptus Globulus Oil, Limonene, Menthol, Pinene, CI 74160
Quelle: meridol.de, Produktseite meridol PARODONT EXPERT REPAIR Zahnpasta, abgerufen am 25. September 2026.
Die Wirkstoffe sind Stannous Fluoride (Zinnfluorid) und Sodium Fluoride (Natriumfluorid), zusammen 1450 ppm Fluorid. Dazu kommen zwei Zinkverbindungen, Zinc Oxide und Zinc Citrate, die laut Produktbeschreibung antibakteriell wirken sollen. Aminfluorid, also Olaflur, steht in dieser Liste nicht. Auffällig ist außerdem Sodium Lauryl Sulfate, ein verbreitetes Tensid, das manche Menschen mit empfindlicher Mundschleimhaut meiden. CI 74160 ist ein blaues Farbpigment. Eine ähnliche Kombination aus Zinnfluorid, Natriumfluorid und Zinkcitrat steckt in blend-a-med Complete Protect Expert Tiefenreinigung, dort mit 1100 ppm Fluorid aus Zinnfluorid und 350 ppm aus Natriumfluorid, siehe unseren blend-a-med-Test.
Und die klassische Zahnfleischschutz-Tube? Hier wird es unsauber, und das sage ich offen. Auf meridol.de wird die Zutatenliste dieses Produkts per JavaScript nachgeladen, und ich konnte sie bei zwei Versuchen nicht auslesen. Die unabhängige Datenbank codecheck.info nennt, mit Verweis auf die Packung, diese Liste:
Aqua, Hydrated Silica, Glycerin, Sorbitol, Aroma, Cocamidopropyl Betaine, Hydroxyethylcellulose, Olaflur, Polyglyceryl-4 Caprate, Zinc Lactate, Sodium Saccharin, Sodium Fluoride, Limonene, CI 74160
Quelle: codecheck.info, meridol Zahnpasta Zahnfleischschutz 75 ml, abgerufen am 25. September 2026. Nicht auf meridol.de bestätigt.
Wenn diese Liste stimmt, und eine zweite unabhängige Zusammenstellung lieferte dieselbe Liste, dann enthält die meistverkaufte meridol-Tube Olaflur und Natriumfluorid mit 1400 ppm Fluorid und Zinklactat, aber kein Zinnfluorid. Das passt zur eigenen Beschreibung von meridol in der FAQ, wo von Aminfluorid in Kombination mit Natriumfluorid und einer Neo-Aminex-Technologie die Rede ist. Eine Tube, die im Handel ebenfalls meridol heißt, enthält also einen anderen Wirkstoff als Parodont Expert.
Die zwei wichtigsten meridol-Zahnpasten im direkten Vergleich. Stand 25. September 2026.
| Zahnfleischschutz | Parodont Expert | |
|---|---|---|
| Fluorid-Verbindungen | Olaflur und Natriumfluorid (laut codecheck.info) | Zinnfluorid und Natriumfluorid (laut meridol.de) |
| Fluorid gesamt | 1400 ppm | 1450 ppm |
| Zink | Zinklactat | Zinkoxid und Zinkcitrat |
| Tensid | Cocamidopropyl Betaine | Sodium Lauryl Sulfate und Cocamidopropyl Betaine |
| Preis 75 ml, dm.de | 4,95 Euro | 7,45 Euro |
| Zielgruppe laut meridol | "bei Zahnfleischbluten" | "speziell zum Schutz vor fortgeschrittenen Zahnfleischproblemen" |
Warum ist der Unterschied so wichtig? Weil fast alle älteren Studien, die den Namen meridol tragen, eine Kombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid getestet haben. Zinnfluorid ist der Teil, dem die Leitlinie die stärkere antibakterielle Wirkung zuschreibt. Wer die Studien liest und dann zur günstigsten Tube greift, kauft möglicherweise eine Rezeptur ohne genau diesen Wirkstoff. Das ist kein Vorwurf an meridol, Rezepturen ändern sich. Aber es ist eine Information, die du auf der Packung nicht auf einen Blick siehst.
Zur Einordnung der Fluoridmenge: Beide Tuben liegen über den 1000 ppm, die die deutsche S3-Leitlinie zur Kariesprävention für Erwachsene verlangt. Beim Kariesschutz nehmen sich die beiden also nichts. Der Unterschied liegt beim Zahnfleisch. Mehr zur Frage, wie Zinnfluorid und Natriumfluorid sich unterscheiden, steht in unserem englischen Vergleich Stannous vs. Sodium Fluoride. Einen RDA-Wert, also die Abrasivität, nennt meridol für keine der Tuben; was dieser Wert bedeutet, erklärt unser Artikel zum RDA-Wert.
Was "klinisch bestätigt" auf der Packung heißt
Auf der Produktseite von Parodont Expert stehen starke Sätze. Wörtlich: "Stärkt das Zahnfleisch und wirkt gegen Parodontose", das Produkt sei "speziell zum Schutz vor fortgeschrittenen Zahnfleischprobleme entwickelt" und helfe, "die Widerstandskraft des Zahnfleisches gegen Zahnfleischbluten, Zahnfleischrückgang und Parodontitis zu stärken". Mehrfach steht dort: "Die Wirksamkeit ist klinisch bestätigt."
Auf der Seite selbst ist dieser Satz mit keiner konkreten Studie verknüpft. Es gibt keinen Fußnotenverweis, keine PMID, keinen Studientitel. Was die Seite zusätzlich nennt, sind Umfragen: 301 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland (Juni 2024) sowie 155 Zahnärzte und 79 Dentalhygienikerinnen in der Schweiz (Februar 2025). Das sind vom Hersteller beauftragte Meinungsumfragen. Sie sagen etwas darüber, was Fachleute empfehlen würden, aber sie sind keine klinische Studie.
Ich unterstelle damit nicht, dass es keine Studien gibt, im Gegenteil: zur Wirkstoffklasse gibt es viele, wie der nächste Abschnitt zeigt. Ich sage nur, dass du auf der Packung nicht erkennst, welche Studie mit welcher Rezeptur gemeint ist. Für dich als Käufer ist die sinnvolle Frage deshalb nicht "ist es klinisch bestätigt", sondern "welche Studie, mit welchem Produkt, gegen was, über wie lange". Genau das beantworte ich jetzt.
Auch die Formulierung "wirkt gegen Parodontitis" solltest du richtig einordnen. Eine Parodontitis ist eine Erkrankung des Zahnhalteapparats, die zahnärztlich behandelt wird, meist mit einer gründlichen Reinigung der Zahnfleischtaschen. Eine Zahnpasta kann die häusliche Pflege dabei unterstützen. Sie ersetzt die Behandlung nicht, und so verstehe ich auch die Aussage von meridol.
Die Studienlage: sieben Arbeiten mit PMID
Ich habe jede der folgenden Studien über ihre PMID bei der US-Nationalbibliothek für Medizin aufgelöst und Titel, Autoren und Ergebnis mit dem Abstract abgeglichen. Drei nennen meridol im Abstract ausdrücklich, zwei weitere testen verwandte Zinn-Aminfluorid-Rezepturen, zwei sind systematische Übersichtsarbeiten.
Sieben Studien zu Aminfluorid, Zinnfluorid und Zahnfleisch, alle PMIDs am 25. September 2026 bei NCBI aufgelöst.
| Studie | Design | Ergebnis in einem Satz |
|---|---|---|
| Mengel et al. 1996, J Clin Periodontol, PMID 8739170 | Doppelblind, 150 Personen mit Gingivitis oder beginnender Parodontitis, 9 Monate; meridol (AmF/SnF2) gegen Natriumfluorid | Alle drei Gruppen verbesserten sich deutlich, am stärksten die reine AmF/SnF2-Gruppe, aber ohne statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen |
| Øgaard et al. 2006, Eur J Orthod, PMID 16230329 | Randomisiert, doppelblind, 115 Jugendliche mit fester Zahnspange; meridol-Zahnpasta und -Spülung gegen Natriumfluorid | In der meridol-Gruppe blieben Plaque, Zahnfleischbluten und White Spots stabil, in der Natriumfluorid-Gruppe verschlechterten sich alle drei signifikant |
| Bánóczy et al. 1991, Proc Finn Dent Soc, PMID 1775483 | Doppelblind, 44 Erwachsene, 5 Monate; AmF/SnF2-Zahnpasta und meridol-Spülung gegen Natriumfluorid | Plaque sank in beiden Gruppen, stärker bei AmF/SnF2; beim Zahnfleischbluten kein deutlicher Unterschied |
| Lorenz et al. 2019, Int J Dent Hyg, PMID 30803137 | Randomisiert, doppelblind, rund 240 Erwachsene mit Gingivitis, 12 Wochen; Aminfluorid/Zinnchlorid gegen Monofluorphosphat | Deutlich weniger Plaque mit dem Testprodukt; bei Zahnfleischentzündung verbesserten sich beide Gruppen, ohne klinisch bedeutsamen Unterschied |
| Frese et al. 2019, Sci Rep, PMID 31118458 | Randomisiert, 4 Jahre, 54 Personen; Zinnchlorid/Aminfluorid/Natriumfluorid-Spülung und -Zahnpasta | Weniger Zahnerosion als in der Kontrollgruppe, aber signifikant mehr Zahnverfärbungen zu allen Zeitpunkten |
| Paraskevas und van der Weijden 2006, J Clin Periodontol, PMID 16367849 | Systematische Übersicht, 15 Studien in der Meta-Analyse | Zahnpasten mit Zinnfluorid reduzierten Gingivitis signifikant gegenüber Kontrolle, bei sehr hoher Uneinheitlichkeit der Studien |
| Clark-Perry und Levin 2020, Int Dent J, PMID 32621315 | Systematische Übersicht, 6 Studien in der Meta-Analyse | Neuere Zinnfluorid-Zahnpasten besser beim Gingival-Index, nicht aber beim modifizierten Gingival-Index |
Die meridol-Studien im Detail
Die älteste Arbeit, PMID 1775483 von Bánóczy und Kollegen aus dem Jahr 1991, verglich über fünf Monate eine Kombination aus AmF/SnF2-Zahnpasta und meridol-Mundspülung mit einer Natriumfluorid-Kombination. Plaque ging in beiden Gruppen zurück, in der AmF/SnF2-Gruppe stärker. Beim Blutungsindex des Zahnfleischs sanken beide Gruppen deutlich, ohne klaren Unterschied zwischen ihnen. Beim Index für Wurzelkaries berichtet die Studie einen Rückgang um 47,4 Prozent in der AmF/SnF2-Gruppe gegenüber 10 Prozent in der Kontrollgruppe. Mit 44 Teilnehmenden ist die Studie allerdings klein.
Die größte der drei, PMID 8739170 von Mengel und Kollegen 1996, lief neun Monate mit 150 Personen, die bereits Gingivitis oder eine beginnende Parodontitis hatten. Alle drei Gruppen, auch die mit reinem Natriumfluorid, verbesserten sich hochsignifikant bei Plaque, Blutung und Taschentiefe. Am stärksten fiel die Verbesserung in der Gruppe aus, die Zahnpasta und Spülung mit AmF/SnF2 nutzte. Der Unterschied zwischen den Gruppen war aber statistisch nicht signifikant. Das ist ein wichtiges Detail: in dieser Studie hat vor allem die bessere Pflege gewirkt, egal mit welchem Fluorid.
Die für mich überzeugendste Arbeit ist PMID 16230329 von Øgaard und Kollegen 2006, mit 115 Jugendlichen mit fester Zahnspange. Das ist eine Gruppe, bei der Plaque und Zahnfleischentzündung fast zwangsläufig zunehmen, weil sich um die Brackets Belag sammelt. In der Gruppe mit meridol-Zahnpasta (1400 ppm) und meridol-Spülung blieben Plaque, Zahnfleischbluten und die Zahl der White Spots zwischen dem Einsetzen und dem Entfernen der Spange stabil. In der Natriumfluorid-Gruppe verschlechterten sich alle drei Werte signifikant. Hier zeigt sich ein echter Unterschied zwischen den Wirkstoffen, allerdings in Kombination mit einer Spülung und bei einer speziellen Gruppe.
Die neueren Studien
PMID 30803137 von Lorenz und Kollegen 2019 ist mit rund 240 Erwachsenen die größte Studie in dieser Liste. Getestet wurde eine Zahnpasta mit Aminfluorid und Zinnchlorid gegen eine Monofluorphosphat-Zahnpasta, über zwölf Wochen zu Hause. Beide senkten Plaque und Gingivitis. Beim Plaque-Index war das Testprodukt deutlich besser, beim Gingival-Index und beim Blutungsindex verbesserten sich beide Gruppen ohne klinisch bedeutsamen Unterschied. Ein meridol-Produkt nennt der Abstract nicht, deshalb ordne ich die Studie der Wirkstoffklasse zu, nicht der Marke.
PMID 31118458 von Frese und Kollegen 2019 ist vor allem wegen einer Nebenwirkung interessant. Die vierjährige Studie testete eine Kombination aus Zinnchlorid, Aminfluorid und Natriumfluorid und fand weniger Zahnerosion als in der Kontrollgruppe, aber auch signifikant mehr Zahnverfärbungen, zu allen Messzeitpunkten. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte. Auch hier ist kein meridol-Produkt genannt.
Die systematischen Übersichten
Die unabhängigste Einordnung liefert PMID 16367849, eine systematische Übersicht von Paraskevas und van der Weijden vom Academic Centre for Dentistry Amsterdam, mit Suche in Medline und der Cochrane-Datenbank. Aus 15 Studien schließen die Autoren, dass Zinnfluorid-Zahnpasten Gingivitis gegenüber einer Kontrolle signifikant reduzieren. Sie schreiben aber auch, dass die Größe des Effekts wegen der sehr uneinheitlichen Studien schwer zu beurteilen ist; die Heterogenität lag bei über 90 Prozent. Die neuere Übersicht PMID 32621315 von 2020 kommt zu einem ähnlich gemischten Bild: besser beim Gingival-Index, kein signifikanter Unterschied beim modifizierten Gingival-Index.
Was die Studien zeigen und was nicht
Was sie zeigen: Die Wirkstoffklasse Aminfluorid und Zinnfluorid reduziert Plaque und Zahnfleischentzündung. Das ist über mehrere Jahrzehnte, verschiedene Gruppen und zwei systematische Übersichten konsistent. In mindestens einer Studie, der mit Zahnspangen-Trägern, schnitt meridol klar besser ab als Natriumfluorid.
Was sie nicht zeigen: Erstens, dass die heutige Zahnfleischschutz-Tube ohne Zinnfluorid dieselbe Wirkung hat wie die getesteten AmF/SnF2-Rezepturen. Dazu habe ich keine eigene Studie mit PMID gefunden. Zweitens, dass der Vorteil gegenüber einer normalen Fluorid-Zahnpasta groß ist. In zwei der drei meridol-Studien verbesserten sich auch die Kontrollgruppen deutlich, und die Unterschiede beim Zahnfleisch waren klein oder nicht signifikant. Drittens: Die meridol-Studien stammen aus den Jahren 1991 bis 2006, die Rezepturen haben sich seitdem geändert, und bei den alten Studien fehlt in den Abstracts eine Angabe zur Finanzierung.
Die ehrliche Zusammenfassung: Wenn dein Zahnfleisch blutet, hilft vor allem, dass du den Belag am Zahnfleischrand gründlich entfernst, auch zwischen den Zähnen. Eine Zahnpasta mit Zinnfluorid kann das nach Studienlage messbar unterstützen. Sie ist ein Verstärker für gute Technik, kein Ersatz dafür.
Was die deutschen Leitlinien sagen
Für das Zahnfleisch ist die S3-Leitlinie "Häusliches chemisches Biofilmmanagement in der Prävention und Therapie der Gingivitis" maßgeblich, AWMF-Registernummer 083-016, federführend DG PARO und DGZMK. Sie empfiehlt wörtlich: "Die zusätzliche Anwendung chemisch antimikrobieller Wirkstoffe (Aminfluorid/Zinnfluorid, Cetylpyridiniumchlorid) sollte als Ergänzung zur mechanischen Reinigung zu einer Reduktion der Gingivitis empfohlen werden." Evidenzgrad hoch, starke Empfehlung, einstimmig mit 43 von 43 Stimmen.
Zum Mechanismus schreibt die Leitlinie: "In der Kombination Aminfluorid/Zinnfluorid zeigt Zinnfluorid eine höhere antibakterielle Wirkung, während das Aminmolekül vor allem als Transportmittel und Stabilisator für Zinnfluorid fungiert." Das ist der Kern dessen, warum der Unterschied zwischen Zahnfleischschutz und Parodont Expert zählt: der Teil mit der stärkeren antibakteriellen Wirkung ist das Zinn.
Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Empfehlung gilt für eine Wirkstoffklasse, nicht für eine Marke, und sie nennt Aminfluorid/Zinnfluorid in einem Atemzug mit Cetylpyridiniumchlorid. Und die Leitlinie hat den Stand November 2018, war gültig bis November 2023 und trägt heute im Register den Vermerk, dass sie überarbeitet wird. Sie ist das beste verfügbare Dokument, aber nicht mehr aktuell. Die Schwester-Leitlinie zum mechanischen Biofilmmanagement (083-022) behandelt Zahnbürsten und Zahnzwischenraumpflege und erwähnt Zinnfluorid nicht.
Für Karies gilt die S3-Leitlinie "Kariesprävention bei bleibenden Zähnen" (083-021), gültig bis 2030. Sie verlangt ab dem Durchbruch der bleibenden Zähne eine Zahnpasta mit mindestens 1000 ppm Fluorid. Beide meridol-Tuben erfüllen das. Die Leitlinie nennt keine Marken und keine einzelnen Fluoridverbindungen. Wie Fluorid im Vergleich zu Hydroxylapatit abschneidet, haben wir in Hydroxylapatit oder Fluorid aufgeschrieben.
Verfärbungen und andere Nebenwirkungen
Die S3-Leitlinie 083-016 fasst die bekannten Nebenwirkungen der Wirkstoffklasse so zusammen: "Zu den anderen Wirkstoffen wie Aminfluorid/Zinnfluorid, ätherische Öle und Cetylpyridiniumchlorid (CPC) finden sich lediglich Daten zu lokalen Nebenwirkungen wie Verfärbungen, Brennen der Mundschleimhaut und vermehrte Zahnsteinbildung." Das ist keine meridol-spezifische Aussage, sondern eine über die Stoffgruppe.
Für Parodont Expert schreibt meridol auf der Produktseite: "verfärbt die Zähne nicht". Wie beides zusammenpasst, kann ich nicht abschließend klären. Möglich ist, dass die aktuelle Rezeptur, etwa durch die Pyrophosphate in der Zutatenliste, weniger verfärbt als ältere Produkte. Eine Studie mit PMID, die das für Parodont Expert zeigt, habe ich nicht gefunden. Die vierjährige Studie von Frese und Kollegen (PMID 31118458) fand mit einem verwandten Zinn-Produkt signifikant mehr Verfärbungen als in der Kontrollgruppe.
Praktisch heißt das für dich: Wenn du nach einigen Wochen bräunliche Beläge am Zahnhals bemerkst, ist das bei Zinn-Produkten nichts Ungewöhnliches. Sie lassen sich in der Regel bei der professionellen Zahnreinigung entfernen. Wer ohnehin viel Kaffee, Tee oder Rotwein trinkt, sollte darauf achten. Und: meridol Zahnpasta ist laut eigener FAQ für Kinder unter 7 Jahren nicht geeignet.
Stiftung Warentest und Öko-Test
Stiftung Warentest, Zahnpasta: meridol wirbt auf der eigenen Startseite damit, dass Parodont Expert von Stiftung Warentest mit "Sehr gut (1,4)" bewertet wurde, und nennt die Ausgabe 11/2023. Die Fachzeitschrift zm nennt für dasselbe Urteil die Ausgabe test 11/2024, ebenso zitiert sie für den Zahnfleischschutz ein "sehr gut" mit 1,3 aus einem Test von 2022. Die Ergebnistabelle auf test.de liegt hinter einer Bezahlschranke, ich konnte die Urteile dort nicht selbst einsehen. Nimm die Noten deshalb als Angaben des Herstellers und der Fachpresse, nicht als von mir geprüft.
Stiftung Warentest, Mundspülung: Frei zugänglich ist dagegen ein anderer Befund. Im Mundspülungstest von Februar 2025 bekam die meridol Zahnfleischschutz Mundspülung kein Gesamturteil. Laut Stiftung Warentest hatte der Hersteller den Gehalt an Aminfluorid auf Nachfrage nicht mitgeteilt; zitiert wird der Satz "Der Meridol-Hersteller kam unserer Bitte nicht nach." Das betrifft die Spülung, nicht die Zahnpasta. Es zeigt aber, dass auch ein großer Hersteller nicht jede Zahl offenlegt.
Öko-Test: meridol Zahnpasta Zahnfleischschutz war im Zahnpasta-Test mit 48 Produkten enthalten, den Öko-Test im Jahrbuch 2024 veröffentlicht hat, getestet zu einem Preis von 3,45 Euro für 75 ml. Das Einzelurteil ist kostenpflichtig, ich konnte es nicht einsehen, und ich nenne deshalb keine Note.
meridol Erfahrungen: was Käufer schreiben
Die Bewertungen sind für eine Zahnpasta außergewöhnlich zahlreich. Auf dm.de hat die klassische Zahnfleischschutz-Tube 4,4 von 5 Sternen aus 3.127 Bewertungen, der Doppelpack 4,5 aus 3.643. Parodont Expert liegt bei 4,5 von 5 aus 558 Bewertungen. Auf dm.at sehen die Zahlen fast gleich aus. Auf Amazon.de hat der Doppelpack Parodont Expert 4,8 von 5 aus 2.976 Rezensionen, die Variante Frischer Atem 4,5 aus 366.
Die Themen, die in den Amazon-Rezensionen am häufigsten auftauchen, habe ich gelesen und hier zusammengefasst. Es sind Aussagen einzelner Käufer, keine Belege:
- Zahnfleischbluten: Das häufigste positive Thema. Mehrere Rezensenten berichten, das Bluten habe nach etwa einer Woche täglicher Anwendung aufgehört.
- Preis: "Überteuert" und "zu teuer" tauchen bei beiden Produkten auf, die ich geprüft habe. Das ist die häufigste Kritik.
- Geschmack: Überwiegend als neutral oder angenehm beschrieben, eine Minderheit empfindet ihn als medizinisch.
- Verfärbungen: In den Rezensionen, die ich gelesen habe, kam das Thema kaum vor; ein Langzeitnutzer schreibt ausdrücklich, er habe keine bemerkt. Das ist eine kleine, eher positive Stichprobe und kein Gegenbeweis zur Leitlinie.
Eine Einschränkung zur Methode: Die Filteransicht nur für Ein- bis Drei-Sterne-Bewertungen hat bei Amazon nicht geladen. Ich habe deshalb die Standardsortierung gelesen, die eher positive Rezensionen zeigt.
Zahnfleischbluten: wann meridol reicht und wann nicht
meridol schreibt in einem eigenen Ratgeberartikel: "Wenn all diese Maßnahmen nicht gegen Ihr Zahnfleischbluten helfen, sollten Sie Ihren Zahnarzt / Ihre Zahnärztin aufsuchen." Eine konkrete Frist nennt die Seite nicht. Das ist ein guter Satz, und ich würde ihn konkreter machen: Wenn dein Zahnfleisch nach ein bis zwei Wochen gründlicher Pflege mit Zahnseide oder Zwischenraumbürsten immer noch blutet, lass es anschauen.
Der Grund: Zahnfleischbluten ist fast immer ein Zeichen von Entzündung, und die Ursache ist fast immer Belag, der nicht entfernt wird. Eine gute Zahnpasta hilft, aber sie erreicht die Zahnzwischenräume kaum, und genau dort beginnt Gingivitis oft. Wenn eine Gingivitis zur Parodontitis wird, bildet sich der Knochen um den Zahn zurück, und das ist nicht mehr umkehrbar. Den Unterschied erklärt Gingivitis vs. Parodontitis, die häufigsten Ursachen stehen in Warum dein Zahnfleisch blutet.
Wer eine feste Zahnspange trägt, schwanger ist, raucht oder Diabetes hat, hat ein höheres Risiko für Zahnfleischprobleme und sollte das Thema bei der nächsten Kontrolle ansprechen, statt nur die Zahnpasta zu wechseln.
Hydroxylapatit und Zahnfleisch: der ehrliche Stand
Weil wir einen Kaugummi mit Hydroxylapatit verkaufen, schaue ich mir immer auch an, was Hydroxylapatit beim Zahnfleisch leisten kann. Die kurze Antwort: nicht mehr als Fluorid, soweit die Studien reichen.
In der randomisierten Studie von Harks und Kollegen 2016 (PMID 27467683) nutzten 70 Menschen mit chronischer Parodontitis zwölf Wochen lang entweder eine Hydroxylapatit-Zahnpasta oder eine Zahnpasta mit Aminfluorid und Zinnfluorid, also eine Rezeptur vom meridol-Typ. Gingival-Index und Blutung beim Sondieren verbesserten sich in beiden Gruppen, ohne statistisch signifikanten Unterschied. Die Studie wurde laut Offenlegung vollständig von der Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG finanziert, einem Hersteller von Hydroxylapatit-Zahnpasta. Selbst mit diesem Absender zeigt sie Gleichstand, keinen Vorteil.
Eine unabhängige Studie von Josic und Kollegen 2024 (PMID 39572408) testete eine Zahnpasta mit Zinkcitrat, Hydroxylapatit und Fluorid gegen eine reine Fluorid-Zahnpasta. Bei den Mutans-Streptokokken im Speichel war die Hydroxylapatit-Zahnpasta besser, bei Plaque-Index und Gingival-Index nach vier Wochen gab es keinen signifikanten Unterschied.
Und zu Hydroxylapatit-Kaugummi und Zahnfleisch gibt es keine einzige Studie, weder zu unserem noch zu einem anderen. Deshalb sage ich klar: Unser Kaugummi ist kein Mittel gegen Zahnfleischbluten. Er ist für den Zahnschmelz gedacht, zwischen den Putzzeiten. Wer Zahnfleischprobleme hat, ist mit einer Zinnfluorid-Zahnpasta und besserer Zwischenraumpflege besser beraten.
Für wen meridol passt, und für wen nicht
meridol, vor allem Parodont Expert, passt zu dir, wenn
- dein Zahnfleisch beim Putzen blutet und du die häusliche Pflege verstärken willst, zusätzlich zu Zahnseide oder Zwischenraumbürsten;
- du eine feste Zahnspange trägst. Für diese Gruppe gibt es mit PMID 16230329 die klarste meridol-Studie;
- deine Zahnärztin oder die Prophylaxe dir Zinnfluorid empfohlen hat;
- du Fluorid in der von der Leitlinie verlangten Menge willst und gleichzeitig etwas fürs Zahnfleisch.
meridol passt eher nicht zu dir, wenn
- du zu Verfärbungen neigst und das nicht regelmäßig professionell entfernen lassen willst. Dann sprich die Wahl der Zahnpasta mit deiner Zahnärztin ab;
- du Natriumlaurylsulfat meiden willst. Parodont Expert enthält es;
- du die Tube für ein Kind unter 7 Jahren suchst. meridol schließt das selbst aus;
- du bewusst fluoridfrei putzen willst. Dann ist meridol das falsche Produkt, und du findest eine Einordnung in unserem Artikel zur Zahnpasta ohne Fluorid;
- du die günstige Tube kaufst, weil du von den Studien zu Zinnfluorid gelesen hast. Dafür ist Parodont Expert die passende Tube.
Fairness: was meridol richtig macht
Es wäre unfair, nur die offenen Punkte aufzuzählen. meridol setzt auf eine Wirkstoffklasse, die seit Jahrzehnten untersucht ist und die eine deutsche S3-Leitlinie mit starker Empfehlung und einstimmig als Ergänzung empfiehlt. Das kann nicht jede Zahnfleisch-Zahnpasta im Regal von sich sagen. Die Studien, die meridol im Abstract nennen, sind in regulären Fachzeitschriften erschienen und über PubMed auffindbar.
Die Zutatenliste von Parodont Expert steht vollständig auf der Herstellerseite. Beide Tuben enthalten Fluorid in der Menge, die die Karies-Leitlinie verlangt, du bekommst also Kariesschutz und Zahnfleischpflege in einem Produkt. Der Hersteller schließt die Anwendung bei Kindern unter 7 Jahren ausdrücklich aus, statt die Zielgruppe möglichst weit zu fassen. Und die Tube ist in fast jeder Drogerie in Deutschland und Österreich für wenige Euro erhältlich. Das ist für eine Zahnpasta mit dieser Studienlage ein fairer Preis.
Mein Interessenkonflikt
Ich bin Max, Gründer von Minvelle. Wir verkaufen einen Kaugummi mit Hydroxylapatit, keine Zahnpasta. meridol ist also kein direkter Konkurrent, und ein Kaugummi ersetzt keine Zahnpasta. Trotzdem habe ich ein Interesse daran, dass du am Ende unseren Kaugummi kaufst, und das solltest du beim Lesen wissen. Ich habe für diesen Test keine Produkte von CP GABA oder einem Händler erhalten und stehe mit dem Unternehmen in keinem Kontakt. Hier der direkte Vergleich, damit du weißt, wo mein Interesse liegt.
meridol und Minvelle im Vergleich
| Fakt | meridol Parodont Expert (laut diesem Test) | Minvelle |
|---|---|---|
| Wofür | Zähneputzen, zweimal täglich, mit Schwerpunkt Zahnfleisch | Kaugummi, ein Stück pro Tag nach dem Essen, mindestens 20 Minuten |
| Wirkstoff-Angabe | Zinnfluorid und Natriumfluorid, 1450 ppm Fluorid | 5,7 mg Nano-Hydroxylapatit pro 1,9-g-Stück, auf der Box gedruckt |
| Veröffentlichte Dokumente | Vollständige Zutatenliste; Studien zur Wirkstoffklasse, auf der Produktseite nicht verlinkt | Vollständige Zutatenliste und Chargenzertifikat, laborgeprüft; keine klinische Studie zum Kaugummi |
| Preis | 7,45 Euro pro 75-ml-Tube bei dm | 24,99 Euro pro Box mit 18 Stück |
Minvelle passt zu dir, wenn du morgens und abends mit deiner Zahnpasta putzt und tagsüber nach dem Essen Hydroxylapatit mit genannter Dosis ergänzen willst, und nicht, wenn dein Zahnfleisch blutet: dafür ist eine Zahnpasta wie meridol und der Weg zur Zahnärztin die richtige Wahl.
Wichtig für den fairen Vergleich: Für den Minvelle-Kaugummi gibt es keine klinische Studie, und keine Studie zu Hydroxylapatit-Kaugummi und Zahnfleisch. Wir veröffentlichen die Dosis pro Stück, die Zutatenliste und ein Chargenzertifikat. Das ist Transparenz über das Produkt, kein Wirksamkeitsbeleg. Wer zwischen einer Zahnpasta und einem Kaugummi abwägt, stellt die falsche Frage: das eine putzt, das andere ergänzt.
Wie ich diesen Test gemacht habe
Alle Angaben zu meridol stammen aus Primärquellen, abgerufen am 25. September 2026: die Produkt-, FAQ- und Ratgeberseiten auf meridol.de, die Produktsuche von dm.de und dm.at, die Markenseite von mueller.de, die Produktseiten auf Amazon.de, die Handelsregisterdaten über northdata.com, die Test-Seiten von test.de und oekotest.de sowie die Leitlinien-PDFs im AWMF-Register. Jede Studie habe ich über ihre PMID bei NCBI aufgelöst und Titel, Autoren und Ergebnis mit dem Abstract abgeglichen.
Was ich nicht prüfen konnte, steht ausdrücklich im Text: die Zutatenliste der Zahnfleischschutz-Tube auf meridol.de selbst (per JavaScript nachgeladen, deshalb die Angabe von codecheck.info), das Impressum von meridol.de (blockiert), die Einzelurteile von Stiftung Warentest und Öko-Test (Bezahlschranke), die Preise bei Rossmann und BIPA (Bot-Prüfung) und einen RDA-Wert (nicht veröffentlicht). Ich habe die Zahnpasta nicht selbst im Labor analysiert und keine eigene Anwendungsstudie gemacht. Stand aller Angaben: 25. September 2026. Wenn sich etwas ändert, aktualisiere ich diesen Test mit neuem Datum.
Häufig gestellte Fragen
Ist meridol eine gute Zahnpasta?
Für Zahnfleischprobleme gehört meridol zu den am besten untersuchten Marken im deutschsprachigen Raum. Mehrere randomisierte Studien mit der Kombination aus Aminfluorid und Zinnfluorid zeigen weniger Plaque und weniger Zahnfleischentzündung, und die deutsche S3-Leitlinie zum chemischen Biofilmmanagement empfiehlt diese Wirkstoffklasse als Ergänzung zum Putzen. Zwei Einschränkungen: Die älteren Studien mit dem Namen meridol testeten eine Rezeptur mit Zinnfluorid, die heute am ehesten der Parodont Expert entspricht. Und die Leitlinie ist seit 2023 abgelaufen und wird überarbeitet.
Was ist der Unterschied zwischen meridol Zahnfleischschutz und Parodont Expert?
Der Wirkstoff. Parodont Expert enthält laut Zutatenliste auf meridol.de Zinnfluorid und Natriumfluorid mit zusammen 1450 ppm Fluorid, dazu Zinkoxid und Zinkcitrat. Für die klassische Zahnfleischschutz-Tube konnte ich die Zutatenliste auf meridol.de nicht auslesen. Laut der unabhängigen Datenbank codecheck.info enthält sie Olaflur, also Aminfluorid, und Natriumfluorid mit 1400 ppm sowie Zinklactat, aber kein Zinnfluorid. Parodont Expert kostet bei dm 7,45 Euro, die Zahnfleischschutz-Tube 4,95 Euro in Deutschland und 4,45 Euro in Österreich.
Verfärbt meridol die Zähne?
Für Parodont Expert schreibt meridol auf der Produktseite: verfärbt die Zähne nicht. Unabhängig davon nennt die S3-Leitlinie zum chemischen Biofilmmanagement für die Wirkstoffklasse Aminfluorid und Zinnfluorid als bekannte lokale Nebenwirkungen Verfärbungen, Brennen der Mundschleimhaut und vermehrte Zahnsteinbildung. Eine vierjährige Studie mit einem anderen Produkt aus Zinnchlorid, Aminfluorid und Natriumfluorid fand signifikant mehr Zahnverfärbungen als in der Kontrollgruppe. Wenn du Verfärbungen bemerkst, sprich deine Zahnärztin oder die Prophylaxe darauf an; sie lassen sich meist bei der professionellen Zahnreinigung entfernen.
Wie schnell hilft meridol gegen Zahnfleischbluten?
Eine allgemeine Zeitangabe macht meridol auf den Seiten, die ich geprüft habe, nicht. Mehrere Amazon-Rezensenten berichten, das Bluten habe nach etwa einer Woche aufgehört; das sind Einzelberichte, keine Studie. Die Studien messen nach Wochen bis Monaten, zum Beispiel nach 12 Wochen oder 9 Monaten. meridol selbst schreibt: Wenn die Maßnahmen nicht gegen dein Zahnfleischbluten helfen, solltest du deinen Zahnarzt oder deine Zahnärztin aufsuchen. Zahnfleischbluten, das bleibt, gehört in die Praxis.
Dürfen Kinder meridol benutzen?
Nein, nicht unter 7 Jahren. In der FAQ auf meridol.de steht wörtlich: meridol Zahnpasta ist für Kinder unter 7 Jahren nicht geeignet. Für Kinder gibt es in Deutschland seit 2021 eigene Empfehlungen der Fachgesellschaften mit Kinderzahnpasta und angepasster Fluoridmenge.
Wer stellt meridol her, und hat meridol etwas mit elmex zu tun?
Ja. meridol wird von der CP GABA GmbH in Hamburg verkauft, eingetragen beim Amtsgericht Hamburg unter HRB 65891. Das Unternehmen gehört laut Handelsregister zur Colgate-Palmolive-Gruppe und verkauft auch elmex. Die frühere Gaba GmbH, der historische Hersteller von elmex, wurde 2017 in die CP GABA GmbH verschmolzen. Grob gesagt steht elmex im Sortiment für Kariesschutz und meridol für Zahnfleisch.
Was sagt Stiftung Warentest zu meridol?
meridol wirbt auf seiner Startseite mit dem Urteil sehr gut (1,4) von Stiftung Warentest für Parodont Expert und nennt die Ausgabe 11/2023. Die Fachzeitschrift zm nennt für dasselbe Urteil die Ausgabe test 11/2024. Die Tabelle auf test.de liegt hinter einer Bezahlschranke, ich konnte das Urteil dort nicht selbst einsehen. Frei zugänglich ist ein anderer Punkt: Beim Mundspülungstest 2025 bekam die meridol Zahnfleischschutz Mundspülung kein Gesamturteil, weil der Hersteller laut Stiftung Warentest den Gehalt an Aminfluorid auf Nachfrage nicht mitgeteilt hat.
Ist Hydroxylapatit eine Alternative zu meridol bei Zahnfleischproblemen?
Die Studienlage gibt das nicht her. In einer randomisierten Studie mit 70 Parodontitis-Patienten war eine Hydroxylapatit-Zahnpasta beim Zahnfleisch vergleichbar mit einer Zahnpasta aus Aminfluorid und Zinnfluorid, aber nicht besser, und diese Studie hat ein Hydroxylapatit-Hersteller bezahlt. Eine zweite, unabhängige Studie fand ebenfalls keinen Unterschied beim Zahnfleisch. Zu Hydroxylapatit-Kaugummi und Zahnfleisch gibt es gar keine Studie. Wer Zahnfleischbluten hat, sollte bei einer Zahnpasta mit belegter Wirkung bleiben und zur Zahnärztin gehen.
Kann ich meridol mit einem Hydroxylapatit-Kaugummi kombinieren?
Ja. Das eine ist eine Zahnpasta fürs Putzen, das andere ein Kaugummi für nach dem Essen, sie stehen sich nicht im Weg. Ein Kaugummi ersetzt kein Putzen und behandelt kein Zahnfleischbluten. Ich verkaufe so einen Kaugummi, also lies das mit diesem Wissen.
meridol ist für dein Zahnfleisch. Unser Kaugummi für die Zeit zwischen dem Putzen.
Minvelle ist ein Hydroxylapatit-Kaugummi für nach dem Essen: 5,7 mg pro Stück, 18 Stück pro Box, ein Stück am Tag, mindestens 20 Minuten kauen. Kein Ersatz für Zahnpasta, eine Ergänzung. Alle Zahlen stehen auf unserer Transparenz-Seite, mit dem Chargenzertifikat daneben.
Minvelle testen mit WELCOME10 →Oder erst die Zahlen: die Kaugummi-Datenbank, jede Marke im Vergleich
Oder im Abo: 2 Boxen alle 4 Wochen, 15,00 € pro Box →
Minvelle ist um eine Idee herum gebaut: Hydroxylapatit tagsüber, nach dem Essen, in einem Kaugummi, dessen Dosis pro Stück veröffentlicht ist. Ich schreibe auch über Zahnpasten, die nichts mit Hydroxylapatit zu tun haben, weil die meisten Menschen im Drogerieregal genau diese Fragen haben, und ich sage dabei jedes Mal, wo mein Interesse liegt.
Jeder Minvelle-Artikel wird gegen Primärquellen geprüft; Studien werden nur mit einer PMID zitiert, die auf PubMed auflöst. Mehr dazu, wie diese Marke entstanden ist →
Dieser Artikel dient der Information. Er ist keine medizinische Beratung. Sprich mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin, bevor du deine Mundpflege umstellst. Kein hier genanntes Produkt ersetzt das Zähneputzen oder den Zahnarztbesuch.
- meridol PARODONT EXPERT REPAIR Zahnpasta, Produktseite mit Zutatenliste, abgerufen am 25. September 2026: meridol.de/products/meridol-parodont-expert/zahnpasta.
- meridol Zahnfleischschutz Zahnpasta, Produktseite, und meridol FAQ zur Zahnpasta, abgerufen am 25. September 2026: meridol.de/products/meridol-gum-protection/zahnpasta und meridol.de/faq/meridol-zahnpasta.
- meridol Ratgeber, Maßnahmen gegen Zahnfleischbluten, abgerufen am 25. September 2026: meridol.de/articles/gum-bleeding/massnahmen-gegen-zahnfleischbluten.
- codecheck.info, meridol Zahnpasta Zahnfleischschutz 75 ml, Zutatenliste, abgerufen am 25. September 2026: www.codecheck.info.
- CP GABA GmbH, Amtsgericht Hamburg HRB 65891, Registerdaten, abgerufen am 25. September 2026: www.northdata.com.
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- dm.de und dm.at Produktsuche "meridol", mueller.de Markenseite meridol, Amazon.de Produktseiten meridol Parodont Expert und Frischer Atem (Marktplatz, nicht verlinkt), alle abgerufen am 25. September 2026; rossmann.de und bipa.at nicht auslesbar.
- Minvelle Transparenz-Seite: Dosis pro Stück und Chargenzertifikat: www.minvelle.com.