Biorepair Zahnpasta im Test: Zink-Hydroxylapatit, Studien 2026
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Biorepair Zahnpasta im Test: Zink-Hydroxylapatit, Studien 2026

Biorepair ist eine der bekanntesten Zahnpasten ohne Fluorid, und eine der verwirrendsten. Viele lesen, Biorepair heiße jetzt Bioniq. Gleichzeitig steht Biorepair 2026 in Österreich bei dm im Regal, direkt neben Bioniq. Ich habe geprüft, was dahintersteckt: wem die Marke gehört, was in der Tube ist, welche Studien es gibt und was die Tests sagen. Geschrieben vom Gründer eines Kaugummi-Herstellers, der mit Hydroxylapatit arbeitet und das offen dazusagt.

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Max, Gründer von Minvelle
Aktualisiert September 2026 · Zuletzt geprüft: 25. September 2026
· 24 Min. Lesezeit · 🦷 Test
Kurz gesagt

Biorepair ist eine fluoridfreie Zahnpasta-Marke der italienischen Coswell S.p.A. aus der Nähe von Bologna. Der Wirkstoff heißt in der Zutatenliste Zinc Hydroxyapatite, der Hersteller nennt ihn microRepair und gibt für die Karies-Prophylaxe-Zahncreme 22 Prozent an. Dr. Wolff aus Bielefeld hat von 2009 bis 2021 eine Biorepair in Deutschland verkauft und dann die eigene Marke Bioniq gestartet. Coswells Biorepair gibt es weiter: am 25. September 2026 bei dm.at für 5,45 Euro und bei Müller für 4,45 Euro pro 75 ml. Zur heutigen Rezeptur gibt es vor allem Laborstudien, keine randomisierte Studie gegen Fluorid, die ich finden konnte. Wenn du Hydroxylapatit auch tagsüber willst, ist Minvelle ein Kaugummi als Ergänzung zum Putzen, kein Ersatz dafür.

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Schnellantwort

Ist Biorepair Zahnpasta gut? Sie ist eine fluoridfreie Zahnpasta mit klar deklariertem Wirkstoff und fairem Preis, deren Wirkung vor allem im Labor untersucht ist. Belegt sind die Zutatenliste mit Zink-Hydroxylapatit, der vom Hersteller genannte Anteil von 22 Prozent und mehrere Labor- und kleinere klinische Studien. Eine randomisierte Studie, die die heutige Biorepair gegen eine Fluorid-Zahnpasta beim Kariesschutz testet, habe ich nicht gefunden. Stiftung Warentest schrieb schon 2009, es fehlten aussagekräftige klinische Studien. Und Biorepair ist nicht der alte Name von Bioniq: es sind zwei Marken von zwei Firmen. Wer als Erwachsener bewusst fluoridfrei putzen will, findet in Biorepair eine günstige Option. Wer den breitesten Beleg gegen Karies will, bleibt bei Fluorid.

Wenn du die Marken direkt nebeneinander vergleichen willst: Hier ist unser Ranking der 14 remineralisierenden Kaugummis 2026.

Bevor wir in die Details gehen, hier alles Wichtige in einer Tabelle. Jede Zeile nennt Quelle und Abrufdatum, damit du alles selbst nachlesen kannst.

Biorepair auf einen Blick. Zusammengestellt von Minvelle, zuletzt geprüft am 25. September 2026.

Merkmal Biorepair Karies-Prophylaxe Zahncreme Quelle, Stand
Hersteller Coswell S.p.A., Funo di Argelato (BO), Italien, REA BO-336611 Impressum biorepair-zahnpflege.de und biorepair.it, 25. September 2026
Wirkstoff Zinc Hydroxyapatite (microRepair), INCI-Position 2 biorepair-zahnpflege.de Produktseite, 25. September 2026
Anteil 22 Prozent "künstlicher Zahnschmelz (microRepair)" laut Hersteller; Sensitiv-Zahncreme 24 Prozent biorepair-zahnpflege.de, 25. September 2026
Fluorid Keines INCI-Listen von vier Produkten
Verhältnis zu Bioniq Zwei Marken, zwei Firmen; Bioniq ist die eigene Marke von Dr. Wolff seit 2021 Pressemitteilung Dr. Wolff 26.03.2021; dm.at, 25. September 2026
Studien Vor allem Laborstudien, eine Einzelfallbeschreibung, kleinere klinische Studien ohne Fluorid-Vergleich beim Kariesschutz PubMed, 25. September 2026
Preis 75 ml 5,45 Euro bei dm.at, 4,45 Euro bei Müller dm.at und mueller.de, 25. September 2026
Bewertungen dm.at 4,8 von 5 (56 Bewertungen); Amazon.de 4,7 von 5 (735) dm.at und Amazon.de, 25. September 2026
Unabhängige Tests Stiftung Warentest 2009: keine aussagekräftigen klinischen Studien, kein Fluorid-Kariesschutz test.de, abgerufen 25. September 2026
Was 2026 anders ist

Wer 2026 nach Biorepair sucht, stößt auf zwei widersprüchliche Aussagen: Biorepair heiße jetzt Bioniq, und Biorepair stehe weiter im Regal. Beides hat einen wahren Kern, weil es zwei Biorepair-Geschichten gibt, die der italienischen Marke und die des früheren deutschen Vertriebs. Auch wir haben das in unserem Bioniq-Test zunächst zu einfach dargestellt und korrigiert. Ein Test 2026 muss diese Frage zuerst klären, bevor er über Zutaten und Studien spricht.

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Glossar: sieben Begriffe für diesen Test

Hydroxylapatit (HAp)

Das Calciumphosphat-Mineral, aus dem Zahnschmelz zum größten Teil besteht. In Zahnpasta wird es synthetisch hergestellt. Auf der Zutatenliste steht es als Hydroxyapatite.

Zink-Hydroxylapatit

Ein Hydroxylapatit, in dessen Kristallgitter ein Teil des Calciums durch Zink ersetzt ist. In Studien heißt es oft Zink-Carbonat-Hydroxylapatit (Zn-CHA). Auf der Biorepair-Packung steht es als Zinc Hydroxyapatite.

microRepair

Der Markenname, den Coswell für sein Zink-Hydroxylapatit verwendet. Coswell beschreibt es als patentierte, biomimetische Partikel, entwickelt mit der Universität Bologna. Das ist eine Herstellerbezeichnung, keine eigene chemische Substanz.

INCI

Die international einheitliche Bezeichnung der Inhaltsstoffe auf Kosmetik. Die Reihenfolge folgt dem Gewichtsanteil, vom größten zum kleinsten.

In vitro, in situ, in vivo

In vitro heißt im Labor, etwa an gezogenen Zähnen. In situ heißt: Schmelzproben werden im Mund getragen. In vivo heißt: am Menschen, im Alltag. Für Aussagen über Karies zählen vor allem randomisierte Studien in vivo.

SCCS

Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission. Er bewertet die Sicherheit von Kosmetik-Inhaltsstoffen, nicht deren Wirksamkeit.

ppm Fluorid

Parts per million, die übliche Angabe für den Fluoridgehalt. Die deutsche Karies-Leitlinie verlangt für Erwachsene mindestens 1000 ppm. Biorepair enthält kein Fluorid.

Wem gehört Biorepair?

Biorepair gehört der Coswell S.p.A., Via P. Gobetti 4, 40050 Funo di Argelato in der Provinz Bologna. So steht es im Impressum der deutschen Herstellerseite biorepair-zahnpflege.de, mit der Handelsregisternummer REA BO-336611, der Umsatzsteuer-Nummer IT00708541206 und Jacopo Gualandi als Geschäftsführer. Die italienische Seite biorepair.it nennt im Footer dieselbe Firma mit denselben Nummern. Beide Seiten habe ich am 25. September 2026 abgerufen.

Zum Ursprung schreibt Coswell auf der deutschen Produktseite: microRepair sei "in Zusammenarbeit mit der Universität Bologna in den Laboren von Coswell entwickelt" worden und bestehe aus "patentierten biomimetischen Zink-Hydroxylapatit-Partikeln". Die Marke ist also italienisch, und sie wird laut Sprachumschalter der Herstellerseite in rund einem Dutzend Ländern vertrieben, von Tschechien bis Japan.

Eine Falle bei der Suche: Die Domains biorepair.com, biorepair.de und biorepair.at haben mit der Zahnpasta nichts zu tun. Laut Impressum gehören sie der Biorepair.com Labordiagnostika GmbH in Sinsheim, einem Anbieter von Labordiagnostik und Schnelltests mit Tochterfirma in Salzburg. Wenn du Informationen zur Zahnpasta suchst, ist biorepair-zahnpflege.de die richtige Adresse.

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Biorepair und Bioniq: was wirklich passiert ist

Die kurze Antwort: Biorepair heißt nicht jetzt Bioniq. Bioniq ist die eigene Marke der Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG aus Bielefeld und der Nachfolger der Biorepair, die Dr. Wolff in Deutschland verkauft hat. Die Marke Biorepair selbst gehört Coswell und ist weiter im Handel. Hier die Geschichte, Schritt für Schritt und mit Belegen.

2009 bis 2021: Biorepair im Vertrieb von Dr. Wolff

Laut einem Bericht von kosmetiknachrichten.de vom 13. Februar 2017 hatte Dr. Wolff bis dahin "Biorepair Produkte bereits über 18 Millionen Mal" verkauft, mit Markteinführung 2009. In einer Fachpublikation von 2020 (PMID 32354134) steht in der Interessenerklärung zweier Autoren, die bei Dr. Wolff angestellt sind, das Unternehmen vertreibe Mundpflegeprodukte "(Biorepair and Karex)". In der Online-Apotheke Shop-Apotheke ist die Zahncreme "Dr. Wolffs Biorepair" heute als "Außer Handel" markiert, mit einem Link zum Nachfolgeprodukt.

2021: Dr. Wolff geht eigene Wege

Am 26. März 2021 kündigte Dr. Wolff die Bioniq Repair-Zahncreme an. In der Mitteilung steht: "Die Weiterentwicklung fußt auf einer erfolgreichen Partnerschaft, um nun eigene Wege zu gehen." Das Wort Biorepair kommt in der Mitteilung nicht vor, Coswell auch nicht. Aber der Satz beschreibt das Ende einer Partnerschaft und den Start einer eigenen Marke, keine Umbenennung. Auch Stiftung Warentest formuliert in einem Update von 2022 vorsichtig: "Nachfolger Bioniq Repair-Zahncreme" und "des Anbieters Dr. Wolff".

2026: beide Marken im selben Regal

Den deutlichsten Beleg liefert der Handel. Die Produktsuche von dm.at listete am 25. September 2026 zwei Produkte der Marke Biorepair und vier der Marke Bioniq, mit getrennten Markennamen. Auch die Artikelnummern erzählen die Geschichte: Die alte Dr.-Wolff-Biorepair und die heutigen Bioniq-Produkte haben EAN-Codes, die mit 4008666 beginnen, der deutschen Nummernfamilie von Dr. Wolff. Die heutige Biorepair im Handel beginnt mit 8017331, einer italienischen Nummernfamilie. Es sind unterschiedliche Produkte aus unterschiedlichen Häusern.

Was heißt das für dich? Wenn du ältere Tests und Erfahrungen zu Biorepair liest, zum Beispiel von vor 2021, geht es oft um die Tube aus dem Vertrieb von Dr. Wolff. Ob deren Rezeptur mit der heutigen Coswell-Tube identisch war, konnte ich nicht klären. Ein Hinweis darauf: eine von Dr. Wolff finanzierte Studie, ausgewertet 2019 (PMID 30851050), testete eine Zahnpasta mit "zinksubstituiertem carbonatisiertem Hydroxylapatit", also dem Wirkstofftyp, den auch Coswell verwendet. Und wenn du eine Zahnpasta suchst, die in Studien von Dr. Wolff gegen Fluorid getestet wurde, ist das heute Bioniq oder Karex, nicht Biorepair. Mehr dazu in unserem Bioniq-Repair-Test und im Karex-Test.

Die Biorepair-Produkte 2026 und wo du sie kaufst

Auf biorepair-zahnpflege.de stehen am 25. September 2026 diese Produkte: Rundum-Schutz 50+ Zahncreme, Karies-Prophylaxe Zahncreme, Sensitiv Zahncreme, eine 3-in-1-Mundspülung für empfindliche Zähne, eine für empfindliches Zahnfleisch sowie Peribioma Plus und Peribioma Plus Mundschaum. Im Handel tragen die Produkte teils andere Namen. Die Karies-Prophylaxe Zahncreme heißt bei dm.at "Karies- und Zahnschmelzschutz" und bei Müller "Total Protection"; es ist dieselbe Tube mit derselben EAN.

Biorepair im Handel, abgerufen am 25. September 2026. Preise ändern sich; prüfe vor dem Kauf das aktuelle Angebot.

Händler Produkt Preis Pro 100 ml Status
dm.at Biorepair Zahnpasta Karies- und Zahnschmelzschutz, 75 ml 5,45 Euro 7,27 Euro gelistet
dm.at Biorepair Mundschaum Peribioma Zahnfleischschutz, 200 ml 7,45 Euro 3,73 Euro gelistet
mueller.de Biorepair Zahncreme Total Protection, 75 ml 4,45 Euro 5,93 Euro lieferbar in 2 bis 3 Werktagen
dm.de keine Biorepair in der Produktsuche, nur Bioniq nicht gelistet
rossmann.de Produktseiten indexiert nicht auslesbar (Bot-Sperre)

Zum Vergleich die Bioniq-Preise bei dm.at am selben Tag: Bioniq Repair 7,45 Euro, Repair Plus Zahnfleisch-Schutz 8,25 Euro und White Filler 8,95 Euro, jeweils für 75 ml. Biorepair ist also im selben Regal zwei bis dreieinhalb Euro günstiger pro Tube.

Die Zutatenliste, wörtlich und erklärt

Das ist die vollständige INCI-Liste der Biorepair Karies-Prophylaxe Zahncreme, wie sie am 25. September 2026 auf der deutschen Produktseite von Coswell stand:

Aqua, Zinc Hydroxyapatite (microRepair), Hydrated Silica, Glycerin, Sorbitol, Silica, Sodium Myristoyl Sarcosinate, Sodium Methyl Cocoyl Taurate, Aroma, Cellulose Gum, Citric Acid, Tetrapotassium Pyrophosphate, Zinc PCA, Sodium Saccharin, Phenoxyethanol, Benzyl Alcohol, Sodium Benzoate

Quelle: biorepair-zahnpflege.de/Karies-Prophylaxe-Zahncreme, abgerufen am 25. September 2026. Die Kennzeichnung microRepair steht auf der Seite als Fußnote am Wirkstoff.

Siebzehn Positionen. Hier die Gruppen, in die sie fallen. Das ist Chemie-Grundwissen, keine Aussage über Wirkung.

Die 17 INCI-Positionen der Biorepair Karies-Prophylaxe Zahncreme nach Funktion gruppiert.

Gruppe Zutaten laut INCI Was das ist
Basis Aqua, Glycerin, Sorbitol Wasser und zwei Feuchthaltemittel
Wirkstoff Zinc Hydroxyapatite Position zwei, direkt nach Wasser; Coswell nennt 22 Prozent
Putzkörper Hydrated Silica, Silica Mineralische Schleifpartikel, die Beläge mechanisch abtragen
Tenside Sodium Myristoyl Sarcosinate, Sodium Methyl Cocoyl Taurate Milde Schaumbildner, kein Natriumlaurylsulfat
Zink Zinc PCA Ein Zinksalz, zusätzlich zum Zink im Hydroxylapatit
Weitere Hilfsstoffe Cellulose Gum, Citric Acid, Tetrapotassium Pyrophosphate Bindemittel, Säureregulator, ein Phosphat gegen Zahnstein-Ablagerung
Geschmack Aroma, Sodium Saccharin Aroma und Süßstoff
Konservierung Phenoxyethanol, Benzyl Alcohol, Sodium Benzoate Halten die Paste haltbar; Parabene stehen nicht in dieser Liste

Was die Reihenfolge verrät

Zinc Hydroxyapatite steht an zweiter Stelle, direkt nach Wasser und noch vor dem Putzkörper. Das passt zur Herstellerangabe von 22 Prozent. Zum Vergleich: bei Bioniq Repair steht Hydroxyapatite ebenfalls an Position zwei, Dr. Wolff nennt 20 Prozent. Bei der Erwachsenen-Karex steht es an Position fünf, ohne Prozentangabe. Die Sensitiv Zahncreme von Biorepair hat laut Hersteller 24 Prozent und verzichtet auf Hydrated Silica als Putzkörper.

Was nicht drin ist

Kein Fluorid in irgendeiner Form, in keiner der vier Zutatenlisten, die ich geprüft habe. Kein Natriumlaurylsulfat, keine Parabene in dieser Liste, kein Titandioxid in der Karies-Prophylaxe-Tube. Laut einem Bericht von t-online von 2021 hatte Öko-Test bei einer Biorepair aus dem Vertrieb von Dr. Wolff unter anderem Propylparaben kritisiert. In der heutigen Coswell-Liste steht kein Paraben. Ob es sich um eine andere Rezeptur handelt oder die Rezeptur geändert wurde, konnte ich nicht klären.

Die anderen Produkte

Die Rundum-Schutz 50+ Zahncreme hat eine deutlich längere Liste mit 40 Positionen, darunter Hyaluronsäure, Laktoferrin, Granatapfelschalenextrakt und probiotische Bestandteile (Bifidobacterium, Lactobacillus). Der Peribioma Plus Mundschaum enthält neben Zink-Hydroxylapatit auch Xylitol und Mastixöl (Pistacia Lentiscus Gum Oil). Für diese Produkte nennt die Herstellerseite keinen Wirkstoffanteil. Ich konzentriere mich im Rest dieses Tests auf die Karies-Prophylaxe-Tube, weil sie die Zahnpasta ist, die im Handel am häufigsten zu finden ist.

Zink-Hydroxylapatit: was anders ist als bei Karex und Bioniq

Der wichtigste Unterschied zwischen Biorepair und den Marken von Dr. Wolff steht in einem Wort der Zutatenliste. Biorepair deklariert Zinc Hydroxyapatite, Karex und Bioniq deklarieren Hydroxyapatite. Bei Zink-Hydroxylapatit ist ein Teil des Calciums im Kristall durch Zink ersetzt, in der Literatur oft zusätzlich mit Carbonat, daher die Abkürzung Zn-CHA.

Warum Zink? Zink wirkt in der Mundhöhle antibakteriell und steckt deshalb in vielen Zahnpasten, auch in solchen mit Fluorid. Die Idee hinter Zink-Hydroxylapatit ist, beides in einem Partikel zu kombinieren: ein schmelzähnliches Mineral und ein antibakterielles Metall. Ob diese Kombination im Mund mehr leistet als normales Hydroxylapatit plus ein separates Zinksalz, ist nach meiner Recherche nicht in einer vergleichenden klinischen Studie geklärt.

Für dich als Käufer ist wichtig: Studien zu Hydroxylapatit lassen sich nicht automatisch auf Zink-Hydroxylapatit übertragen und umgekehrt. Wenn eine Marke mit Studien zu Hydroxylapatit wirbt, lohnt sich die Frage, welcher Wirkstoff in der Studie getestet wurde. Genau das habe ich für die Studien weiter unten getan.

Nano oder nicht? Und was die SCCS dazu sagt

In allen vier Biorepair-Zutatenlisten steht Zinc Hydroxyapatite ohne den Zusatz "(nano)". Nach der EU-Kosmetikverordnung muss ein Inhaltsstoff, der als Nanomaterial vorliegt, in der Liste mit "(nano)" gekennzeichnet sein. Nach der Kennzeichnung ist Biorepair also kein Nanomaterial. Gleichzeitig sprechen mehrere unabhängige Studien über denselben Wirkstoff von "Zink-Carbonat-Hydroxylapatit-Nanokristallen", etwa PMID 32039076 und PMID 36295240. Eine unabhängige Messung der Partikelgröße der heutigen Tube habe ich nicht gefunden. Ich lasse diese Frage deshalb offen, statt sie in eine Richtung zu entscheiden.

Ein zweiter Punkt wird oft übersehen. Die Sicherheitsbewertung der EU zu Hydroxylapatit, das SCCS-Gutachten SCCS/1648/22, hält Hydroxylapatit (nano) bis 10 Prozent in Zahnpasta für sicher, aber nur für stäbchenförmige, unbeschichtete Partikel mit bestimmten Eigenschaften. Ich habe den vollständigen Text des Gutachtens durchsucht: Das Wort Zink kommt darin nicht vor. Das Gutachten sagt also nichts über Zink-Hydroxylapatit aus, weder positiv noch negativ. Wer mit diesem Gutachten für Biorepair argumentiert, argumentiert mit einem Dokument, das einen anderen Stoff bewertet hat.

Das ist kein Hinweis auf ein Risiko. Es ist ein Hinweis darauf, dass die bekannteste Sicherheitsbewertung zu Hydroxylapatit in Zahnpasta für diesen Wirkstoff nicht direkt zuständig ist. Was die übrigen Studien zur Sicherheit von Hydroxylapatit zeigen, haben wir in Ist Hydroxylapatit schädlich? Was 44 Studien zeigen zusammengefasst.

Die Studienlage: acht Arbeiten mit PMID

Ich habe gezielt nach Studien mit Zink-Hydroxylapatit und mit dem Namen Biorepair gesucht und jede PMID bei der US-Nationalbibliothek für Medizin aufgelöst. Das ist, was sich findet:

Studien zu Zink-Hydroxylapatit und Biorepair, alle PMIDs am 25. September 2026 bei NCBI aufgelöst.

Studie Design Ergebnis in einem Satz
Poggio et al. 2010, J Dent, PMID 20673785 Labor, 50 gezogene Schneidezähne, Erosion durch Cola; "Biorepair Plus" gegen Sensodyne Pronamel Beide Zahnpasten verringerten Rauheit und Demineralisationstiefe, ohne Unterschied zwischen ihnen
Alessandri Bonetti et al. 2014, Scanning, PMID 24902674 Labor, 42 Schmelzproben nach Zahnschmelz-Reduktion, Säurezyklen; Zn-CHA gegen Fluorid gegen nichts Geringste Schäden in der Zn-CHA-Gruppe; Fluorid unterschied sich nicht von der unbehandelten Kontrolle
Kranz et al. 2022, Materials, PMID 36295240 Labor, demineralisierte Schmelz- und Dentinscheiben; eine Zahnpasta, die die Autoren als biorepair® bezeichnen, gegen keine Behandlung Laborstudie zur Remineralisation angeätzter Oberflächen; kein Vergleich mit Fluorid
Al Asmari und Khan 2019, J Int Soc Prev Community Dent, PMID 32039076 Klinisch, 72 Personen mit empfindlichen Zähnen, 8 Wochen, ohne Kontrollgruppe Geringere Empfindlichkeitswerte nach 4 und 8 Wochen gegenüber dem Ausgangswert
Steinert et al. 2020, Biomimetics, PMID 32354134 Beobachtungsstudie, 46 Personen, 4 Wochen, Fragebogen; Zahnpasta mit Zink-Hydroxylapatit Subjektive Verbesserungen laut Fragebogen; Autoren teils bei Dr. Wolff angestellt
Hagenfeld et al. 2019, J Periodontal Res, PMID 30851050 Teilauswertung einer randomisierten Studie, 41 Parodontitis-Patienten, 12 Wochen; Zink-Hydroxylapatit gegen Aminfluorid/Zinnfluorid Kein Unterschied in den Veränderungen des Mikrobioms; Studie von Dr. Wolff finanziert
Solinas et al. 2021, Case Rep Dent, PMID 34956681 Einzelfall, ein Kind mit Schmelzbildungsstörung (MIH), microRepair-Mousse Beschwerdefrei nach einem Jahr; ein Einzelfall, nicht verallgemeinerbar
Limeback et al. 2021, Can J Dent Hyg, PMID 34925515 Systematische Übersicht zu Hydroxylapatit allgemein Hydroxylapatit als Klasse mit Hinweis auf Kariesschutz; Zink-Hydroxylapatit nicht gesondert ausgewertet

Die Laborstudien

Die einzige Studie, die ich gefunden habe, in der ein Biorepair-Produkt im Abstract ausdrücklich gegen eine andere Marke antritt, ist PMID 20673785 von Poggio und Kollegen 2010, eine unabhängige italienische Laborstudie. Getestet wurde Biorepair Plus gegen Sensodyne Pronamel an 50 Schneidezähnen, die zuvor mit Cola angeätzt worden waren. Beide Zahnpasten verringerten die Rauheit der Oberfläche und die Tiefe der Demineralisation, ohne signifikanten Unterschied zwischen ihnen.

In PMID 24902674 von Alessandri Bonetti und Kollegen 2014 wurden 42 Schmelzproben nach einer Zahnschmelz-Reduktion, wie sie in der Kieferorthopädie vorkommt, acht Tage lang Säurebädern ausgesetzt und entweder mit Zn-CHA-Zahnpasta, mit Fluorid-Zahnpasta (1400 ppm) oder gar nicht behandelt. Die Zn-CHA-Gruppe hatte die geringsten Schäden. Die Fluorid-Gruppe unterschied sich in diesem Modell nicht von der unbehandelten Kontrolle. Das klingt spektakulär, ist aber eine Laborstudie unter dem Rasterelektronenmikroskop, ohne Speichel, ohne Alltag, und das Ergebnis passt nicht zu dem, was klinische Studien seit Jahrzehnten über Fluorid zeigen. Ich würde daraus keine Schlussfolgerung für deinen Mund ziehen.

PMID 36295240 von Kranz und Kollegen 2022 behandelte angeätzte Schmelz- und Dentinscheiben 15 Tage lang dreimal täglich mit einer Zahnpasta, die die Autoren als biorepair® bezeichnen, und verglich sie mit Scheiben ohne Behandlung. Auch das ist eine Laborstudie ohne Fluorid-Vergleich. Sie zeigt, dass sich Material auf angeätzten Oberflächen ablagert, nicht, dass Karies verhindert wird.

Die Studien am Menschen

PMID 32039076 von Al Asmari und Khan 2019 untersuchte 72 Menschen mit empfindlichen Zähnen, die acht Wochen lang eine Zahnpasta mit Zink-Carbonat-Hydroxylapatit nutzten. Die Empfindlichkeitswerte sanken gegenüber dem Ausgangswert. Die Studie hat keine Kontrollgruppe, deshalb lässt sich nicht trennen, was die Zahnpasta bewirkt hat und was ohnehin passiert wäre. Die Autoren erklären keine Interessenkonflikte.

PMID 32354134 von Steinert und Kollegen 2020 ist eine Beobachtungsstudie mit 46 Personen, die vier Wochen eine Zahnpasta mit "biomimetischem Zink-Hydroxylapatit" nutzten und Fragebögen ausfüllten. Zwei Autoren waren bei Dr. Wolff angestellt, das damals nach eigener Angabe Biorepair und Karex vertrieb. Welches Produkt genau getestet wurde, nennt der Abstract nicht. Ein Fragebogen ohne Kontrollgruppe misst Zufriedenheit, keine Wirkung.

PMID 30851050 von Hagenfeld und Kollegen 2019 ist die interessanteste Arbeit, weil sie randomisiert ist. Es handelt sich um eine Teilauswertung einer zwölfwöchigen Doppelblindstudie mit 41 Parodontitis-Patienten, die entweder eine Zahnpasta mit zinksubstituiertem carbonatisiertem Hydroxylapatit oder eine mit Aminfluorid und Zinnfluorid nutzten. Gemessen wurde nicht Karies, sondern das Mikrobiom im Zahnbelag. Ergebnis: kein Unterschied zwischen den Gruppen. Die Ursprungsstudie wurde laut Offenlegung von der Kurt Wolff GmbH finanziert.

PMID 34956681 von Solinas und Kollegen 2021 beschreibt ein einzelnes vierjähriges Kind mit einer Schmelzbildungsstörung, das sechs Monate lang eine microRepair-Mousse bekam und nach einem Jahr beschwerdefrei war. Ein Einzelfall ist ein Anlass für weitere Forschung, kein Beleg.

Was fehlt

Was ich nicht gefunden habe, ist das, was für eine Zahnpasta ohne Fluorid am meisten zählt: eine randomisierte Studie, in der die heutige Biorepair über Monate gegen eine Fluorid-Zahnpasta beim Kariesschutz getestet wird. Das bedeutet nicht, dass es keine gibt. Es bedeutet, dass ich keine mit PMID finden konnte, die sich eindeutig auf Biorepair oder Zink-Hydroxylapatit bezieht. Zum Vergleich: Für Karex und Bioniq aus dem Haus Dr. Wolff gibt es solche Studien, wenn auch vom Hersteller finanziert.

Was die Übersichtsarbeiten zu Hydroxylapatit sagen

Drei systematische Übersichtsarbeiten fassen die klinischen Studien zu Hydroxylapatit-Zahnpasta zusammen. PMID 34925515 von Limeback, Enax und Meyer 2021 wertet von 291 gefundenen Arbeiten drei randomisierte Studien in einer Meta-Analyse aus und berichtet für Hydroxylapatit 17 Prozent Schutz vor Karies; einige der Studien zeigten, dass Hydroxylapatit einer Fluorid-Zahnpasta nicht unterlegen war. Zwei Autoren sind laut Offenlegung bei Dr. Wolff angestellt, und das Unternehmen hat die Arbeit mit einem kleinen Zuschuss unterstützt. PMID 39471896 von Pawinska und Kollegen 2024 ist eine aktualisierte Übersicht mit ähnlicher Interessenlage.

Die unabhängigste der drei ist PMID 40107597 von Chatzidimitriou und Kollegen 2025, ohne erklärte Interessenkonflikte. Sie fand bei der Kariesentstehung keinen signifikanten Unterschied zwischen Hydroxylapatit und Fluorid, und nach sechs Monaten Vorteile für Hydroxylapatit bei Größe und Fluoreszenz früher Läsionen. Das Ergebnis beruht allerdings auf nur vier Studien.

Der wichtige Punkt für Biorepair: Keine der drei Übersichten wertet Zink-Hydroxylapatit gesondert aus. Sie behandeln Hydroxylapatit als eine Klasse. Wer aus diesen Arbeiten ableitet, dass Biorepair so gut schützt wie Fluorid, überträgt Ergebnisse auf einen Wirkstoff, der dort nicht getrennt untersucht wurde. Unsere ausführliche Einordnung der Frage Hydroxylapatit gegen Fluorid findest du in Hydroxylapatit oder Fluorid.

Stiftung Warentest und Öko-Test

Stiftung Warentest: Frei lesbar ist ein Kommentar vom 19. August 2009 mit dem Titel "Zahncreme Biorepair: Kein Fluorid". Damals ging es um die Biorepair im Vertrieb von Dr. Wolff. Wörtlich: "Bislang fehlen aber aussagekräftige klinische Studien, die eine Wirksamkeit zweifelsfrei belegen." Und: "Die Biorepair-Zahncreme verzichtet auf wirksamen Kariesschutz durch Fluoride." Zahncremes ohne Fluorid seien im Hinblick auf Kariesprophylaxe nicht geeignet. Ein Update vom 22. Juni 2022 verweist auf den Test der Bioniq Repair des Anbieters Dr. Wolff. Die Noten aus den kostenpflichtigen Vergleichstests konnte ich nicht einsehen. Fachmedien berichten von einer mangelhaften Note für eine milde Biorepair-Variante im Jahr 2013, begründet mit dem fehlenden Fluorid; das habe ich auf test.de nicht selbst prüfen können.

Öko-Test: Laut einem Bericht von t-online vom 16. September 2021 bewertete Öko-Test die "Biorepair Zahncreme" von Dr. Wolff mit ungenügend, wegen fehlenden Fluorids, wegen Propylparaben und wegen aus Sicht von Öko-Test unzureichender Belege für die Reparatur-Werbung. Die Originalausgabe von Öko-Test habe ich nicht gefunden. Wichtig: Beide Tests betreffen Biorepair aus dem Vertrieb von Dr. Wolff, nicht zwingend die heutige Coswell-Tube. Einen Test der aktuellen Coswell-Biorepair habe ich nicht gefunden.

Zur Werbung selbst: Die Meta-Beschreibung von biorepair-zahnpflege.de lautet am 25. September 2026: "Die einzige fluoridfreie Zahnpasta auf Basis von microRepair®. Sie repariert 100 % des Zahnschmelzes ab der ersten Anwendung." Welche Messung hinter "100 %" steht, nennt die Seite an dieser Stelle nicht. Eine Studie mit PMID, die das für die Zahnpasta zeigt, habe ich nicht gefunden.

Preis pro 100 ml

Biorepair ist die günstigste Hydroxylapatit-Zahnpasta mit hohem deklariertem Anteil, die ich in dieser Test-Reihe gefunden habe. Bei Müller kostet die 75-ml-Tube 4,45 Euro, das sind 5,93 Euro pro 100 ml. Bei dm.at kostet sie 5,45 Euro, also 7,27 Euro pro 100 ml. Bioniq Repair liegt bei dm.at bei 9,93 Euro pro 100 ml, Karex im Herstellershop bei 7,99 Euro pro 100 ml. Einen Überblick über Hydroxylapatit-Zahnpasten in der Drogerie gibt unser Label-Check von dm und Rossmann.

Preis pro 100 ml im Vergleich. Unterschiedliche Wirkstoffe, deshalb kein direkter Wirkungsvergleich.

Zahnpasta Hydroxylapatit laut Hersteller Preis pro 100 ml Quelle, Stand
Biorepair Karies-Prophylaxe 22 Prozent Zink-Hydroxylapatit 5,93 Euro (Müller), 7,27 Euro (dm.at) 25. September 2026
Bioniq Repair 20 Prozent Hydroxylapatit 9,93 Euro (dm.at) 25. September 2026
KAREX Zahnpasta (Erwachsene) kein Prozentwert veröffentlicht 7,99 Euro (Herstellershop, 2er-Pack) 25. September 2026

Biorepair Erfahrungen: was Käufer bewerten

Die Bewertungen sind gut, aber die Zahl ist klein oder schwer zuzuordnen. Bei dm.at hat die Biorepair Zahnpasta Karies- und Zahnschmelzschutz 4,8 von 5 Sternen aus 56 Bewertungen. Auf Amazon.de hat das Listing der Karies- und Zahnschmelzschutz-Zahncreme mit 22 Prozent microRepair 4,7 von 5 Sternen aus 735 Rezensionen. Die Themen in den kritischen Bewertungen habe ich für diesen Test nicht systematisch ausgewertet, deshalb nenne ich keine.

Eine Warnung zu Erfahrungsberichten im Netz: Viele ältere Berichte zu Biorepair beziehen sich auf die Tube aus dem Vertrieb von Dr. Wolff, und viele Beiträge zu Bioniq nennen Biorepair als alten Namen. Wenn du Erfahrungen liest, achte auf das Datum und darauf, welche Tube auf dem Foto zu sehen ist. Sterne sagen außerdem etwas über Geschmack, Gefühl und Zufriedenheit, nicht über Kariesschutz. Den misst niemand mit einer Bewertung.

Für wen Biorepair passt, und für wen nicht

Biorepair passt zu dir, wenn

  • du als Erwachsener bewusst fluoridfrei putzen willst und dir der Unterschied zwischen Labor- und klinischer Evidenz bewusst ist;
  • dir ein hoher, auf der Seite genannter Wirkstoffanteil wichtig ist. 22 Prozent ist eine klare Zahl;
  • du eine Zahnpasta ohne Natriumlaurylsulfat suchst;
  • der Preis zählt. Pro 100 ml ist Biorepair deutlich günstiger als Bioniq.

Biorepair passt eher nicht zu dir, wenn

  • du den breitesten Kariesschutz willst. Den bietet nach heutigem Stand Fluorid, und die deutsche Leitlinie empfiehlt es;
  • du ein erhöhtes Kariesrisiko hast und deine Zahnärztin Fluorid empfiehlt;
  • du eine Zahnpasta für ein Kleinkind suchst. Die Fachgesellschaften empfehlen seit 2021 ab dem ersten Geburtstag Kinderzahnpasta mit 1000 ppm Fluorid; sprich eine Abweichung davon mit der Zahnärztin ab;
  • du eine Zahnpasta willst, die in randomisierten Studien gegen Fluorid beim Kariesschutz getestet wurde. Dafür ist Karex oder Bioniq die Marke mit Studien.

Wenn du grundsätzlich überlegst, ob du auf Fluorid verzichten willst, lies vorher unseren Leitfaden zur Zahnpasta ohne Fluorid.

Fairness: was Biorepair richtig macht

Es wäre unfair, nur die offenen Punkte aufzuzählen. Biorepair veröffentlicht die vollständige Zutatenliste und, für zwei Zahnpasten, einen Prozentwert für den Wirkstoff. Das ist in der Kategorie nicht selbstverständlich; bei Karex fehlt er auf der Erwachsenen-Seite. Der Wirkstoff steht an Position zwei der Liste, die Angabe ist also mit der Zutatenliste stimmig. Die Marke nennt eine Universität als Entwicklungspartner, und es gibt unabhängige Laborstudien italienischer und deutscher Gruppen mit diesem Wirkstoff.

Die Rezeptur der Karies-Prophylaxe-Tube ist kurz, ohne Natriumlaurylsulfat und ohne Parabene. Und der Preis ist für eine Zahnpasta mit hohem Hydroxylapatit-Anteil niedrig. Wer fluoridfrei putzen will, bekommt hier viel Wirkstoff pro Euro, auch wenn die klinische Frage offen bleibt.

Mein Interessenkonflikt

Ich bin Max, Gründer von Minvelle. Wir verkaufen einen Kaugummi mit Hydroxylapatit, keine Zahnpasta. Biorepair ist also kein direkter Konkurrent, aber ich habe ein Interesse daran, dass Hydroxylapatit als Zutat gut dasteht, und ein Interesse daran, dass du am Ende unseren Kaugummi kaufst. Beides solltest du beim Lesen wissen. Ich habe für diesen Test keine Produkte von Coswell, Dr. Wolff oder einem Händler erhalten und stehe mit keinem der Unternehmen in Kontakt. Hier der direkte Vergleich, damit du weißt, wo mein Interesse liegt.

Biorepair und Minvelle im Vergleich

Fakt Biorepair Karies-Prophylaxe (laut diesem Test) Minvelle
Hydroxylapatit-Angabe 22 Prozent Zink-Hydroxylapatit laut Hersteller 5,7 mg Nano-Hydroxylapatit pro 1,9-g-Stück, auf der Box gedruckt
Veröffentlichte Dokumente Vollständige Zutatenliste; Studien vor allem im Labor Vollständige Zutatenliste und Chargenzertifikat, laborgeprüft; keine klinische Studie zum Kaugummi
Wofür Zähneputzen, zweimal täglich Kaugummi, ein Stück pro Tag nach dem Essen, mindestens 20 Minuten
Preis 4,45 Euro (Müller) bis 5,45 Euro (dm.at) pro 75 ml 24,99 Euro pro Box mit 18 Stück

Minvelle passt zu dir, wenn du morgens und abends mit deiner Zahnpasta putzt und tagsüber nach dem Essen Hydroxylapatit mit genannter Dosis ergänzen willst, und nicht, wenn du eine Zahnpasta suchst: ein Kaugummi putzt nicht.

Die Dosis auf der Box sehen →

Wichtig für den fairen Vergleich: Auch für den Minvelle-Kaugummi gibt es keine klinische Studie. Wir veröffentlichen die Dosis pro Stück, die Zutatenliste und ein Chargenzertifikat, und wir empfehlen, ein Stück nach dem Essen mindestens 20 Minuten zu kauen. Das ist Transparenz über das Produkt, kein Wirksamkeitsbeleg. Die Messlatte, die ich in diesem Test an Biorepair anlege, gilt für uns genauso.

Wie ich diesen Test gemacht habe

Alle Angaben stammen aus Primärquellen, abgerufen am 25. September 2026: die Produkt- und Impressumsseiten von biorepair-zahnpflege.de und biorepair.it, die Pressemitteilung von Dr. Wolff vom 26. März 2021, die Impressumsseite von biorepair.com, die Produktsuche von dm.at und dm.de, die Produktseite von mueller.de, die Produktseiten von Shop-Apotheke und Amazon.de, der Kommentar von Stiftung Warentest und das SCCS-Gutachten als PDF der EU-Kommission. Jede Studie habe ich über ihre PMID bei NCBI aufgelöst und Titel, Autoren und Ergebnis mit dem Abstract abgeglichen.

Was ich nicht prüfen konnte, steht ausdrücklich im Text: die Preise bei Rossmann und BIPA (Bot-Sperre), die Einzelnoten von Stiftung Warentest und Öko-Test (Bezahlschranke oder nur über Medienberichte zugänglich), eine EU-Markenregistrierung (Register-Schnittstelle gesperrt), die Partikelgröße der heutigen Tube und die Frage, ob die frühere Biorepair von Dr. Wolff dieselbe Rezeptur hatte wie die heutige von Coswell. Ich habe die Zahnpasta nicht selbst im Labor analysiert. Stand aller Angaben: 25. September 2026. Wenn sich etwas ändert, aktualisiere ich diesen Test mit neuem Datum.

Häufig gestellte Fragen

Heißt Biorepair jetzt Bioniq?

Nein, nicht ganz. Biorepair ist eine Marke der italienischen Coswell S.p.A. aus Funo di Argelato bei Bologna, und Coswell verkauft Biorepair bis heute, auch in Deutschland und Österreich. Die Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG aus Bielefeld hat von 2009 bis 2021 eine Zahncreme unter dem Namen Biorepair in Deutschland verkauft. 2021 hat Dr. Wolff diese Partnerschaft beendet und mit Bioniq eine eigene Marke gestartet. Bioniq ist also der Nachfolger der Dr.-Wolff-Biorepair, aber nicht die umbenannte Marke Biorepair. Am 25. September 2026 führt dm.at beide Marken nebeneinander.

Ist Biorepair oder Bioniq besser?

Das lässt sich aus den Quellen nicht beantworten, weil es keinen direkten Vergleich gibt. Die Unterschiede, die sich belegen lassen: Biorepair enthält laut Zutatenliste Zink-Hydroxylapatit, bei der Karies-Prophylaxe-Zahncreme nennt Coswell 22 Prozent. Bioniq Repair enthält Hydroxylapatit ohne Zink, Dr. Wolff nennt 20 Prozent, dazu Zinc PCA. Zu Bioniq-Rezepturen aus dem Haus Dr. Wolff gibt es randomisierte Studien gegen Fluorid, zu Biorepair vor allem Laborstudien. Biorepair ist mit 5,45 Euro bei dm.at und 4,45 Euro bei Müller pro 75 ml günstiger.

Welche Biorepair Zahnpasta gibt es 2026?

Auf der deutschen Seite des Herstellers, biorepair-zahnpflege.de, stehen am 25. September 2026 die Karies-Prophylaxe Zahncreme, die Sensitiv Zahncreme, die Rundum-Schutz 50+ Zahncreme, zwei 3-in-1-Mundspülungen und zwei Produkte der Linie Peribioma Plus. Im Handel heißt die Karies-Prophylaxe-Tube je nach Händler auch Karies- und Zahnschmelzschutz (dm.at) oder Total Protection (Müller). Alle Zahnpasten, die ich geprüft habe, sind fluoridfrei.

Enthält Biorepair Fluorid?

Nein. In keiner der vier Zutatenlisten, die ich auf der deutschen Herstellerseite geprüft habe, steht eine Fluoridverbindung. Die deutsche S3-Leitlinie zur Kariesprävention empfiehlt für Erwachsene eine Zahnpasta mit mindestens 1000 ppm Fluorid. Stiftung Warentest bewertet Zahncremes ohne Fluorid beim Kariesschutz grundsätzlich als nicht geeignet.

Ist Biorepair nano?

In den Zutatenlisten steht Zinc Hydroxyapatite ohne den Zusatz (nano), der in der EU für Nanomaterialien vorgeschrieben ist. Einige unabhängige Studien sprechen bei demselben Wirkstoff allerdings von Zink-Carbonat-Hydroxylapatit-Nanokristallen. Eine unabhängige Messung der Partikelgröße der heutigen Biorepair-Tube habe ich nicht gefunden. Ich lasse die Frage deshalb offen.

Was sagt Stiftung Warentest zu Biorepair?

Frei zugänglich ist ein Kommentar von Stiftung Warentest vom 19. August 2009, damals zur Biorepair aus dem Vertrieb von Dr. Wolff. Darin steht, es fehlten aussagekräftige klinische Studien, die eine Wirksamkeit zweifelsfrei belegen, und ohne Fluorid verzichte die Zahncreme auf wirksamen Kariesschutz. Ein Update von 2022 verweist auf den Test der Bioniq Repair des Anbieters Dr. Wolff. Die Noten aus den kostenpflichtigen Tests konnte ich nicht einsehen.

Wo kann ich Biorepair kaufen?

Am 25. September 2026 bei dm.at (Zahnpasta Karies- und Zahnschmelzschutz, 75 ml, 5,45 Euro) und bei Müller in Deutschland (Zahncreme Total Protection, 75 ml, 4,45 Euro, lieferbar). Rossmann führt laut Suchindex Produktseiten für Biorepair, die ich wegen einer Bot-Sperre nicht auslesen konnte. Die Produktsuche von dm.de zeigte am selben Tag keine Biorepair, nur Bioniq. Auf Amazon.de gibt es mehrere Listings.

Hat biorepair.de etwas mit der Zahnpasta zu tun?

Nein. Die Domains biorepair.com, biorepair.de und biorepair.at gehören laut Impressum der Biorepair.com Labordiagnostika GmbH in Sinsheim, einem Anbieter von Labordiagnostik und Schnelltests. Die deutsche Seite der Zahnpasta heißt biorepair-zahnpflege.de und wird laut Impressum von der Coswell S.p.A. betrieben.

Kann ich Biorepair mit einem Hydroxylapatit-Kaugummi kombinieren?

Ja. Das eine ist eine Zahnpasta fürs Putzen, das andere ein Kaugummi für nach dem Essen, sie stehen sich nicht im Weg. Ein Kaugummi ersetzt kein Putzen. Ich verkaufe so einen Kaugummi, also lies das mit diesem Wissen.

Belege prüfen

Biorepair nennt 22 Prozent. Wir drucken die Dosis pro Stück auf die Box.

Minvelle ist ein Hydroxylapatit-Kaugummi für nach dem Essen: 5,7 mg pro Stück, 18 Stück pro Box, ein Stück am Tag, mindestens 20 Minuten kauen. Kein Ersatz für Zahnpasta, eine Ergänzung. Alle Zahlen stehen auf unserer Transparenz-Seite, mit dem Chargenzertifikat daneben.

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Max, Gründer von Minvelle
Gründer einer österreichischen Marke für remineralisierenden Kaugummi mit Nano-Hydroxylapatit

Minvelle ist um eine Idee herum gebaut: Hydroxylapatit tagsüber, nach dem Essen, in einem Kaugummi, dessen Dosis pro Stück veröffentlicht ist. Ich schreibe über Marken mit derselben Zutat, weil ich glaube, dass die Kategorie besser wird, wenn jemand die Quellen öffnet und datiert, und ich sage dabei jedes Mal, wo mein Interesse liegt. Wenn ich mich irre, wie bei der Frage Biorepair oder Bioniq, korrigiere ich es sichtbar.

Jeder Minvelle-Artikel wird gegen Primärquellen geprüft; Studien werden nur mit einer PMID zitiert, die auf PubMed auflöst. Mehr dazu, wie diese Marke entstanden ist →

Hinweis

Dieser Artikel dient der Information. Er ist keine medizinische Beratung. Sprich mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin, bevor du deine Mundpflege umstellst. Kein hier genanntes Produkt ersetzt das Zähneputzen oder den Zahnarztbesuch.

Quellen
  1. Biorepair Karies-Prophylaxe Zahncreme, Produktseite mit Zutatenliste, abgerufen am 25. September 2026: biorepair-zahnpflege.de/Karies-Prophylaxe-Zahncreme.
  2. Biorepair Impressum (Coswell S.p.A., REA BO-336611), abgerufen am 25. September 2026: biorepair-zahnpflege.de/impressum.
  3. Dr. Wolff Group, Pressemitteilung Bioniq Repair-Zahncreme vom 26. März 2021, abgerufen am 25. September 2026: www.drwolffgroup.com.
  4. Stiftung Warentest, Zahncreme Biorepair: Kein Fluorid, 19. August 2009, mit Update vom 22. Juni 2022, abgerufen am 25. September 2026: www.test.de.
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  9. Steinert S. et al., Daily Application of a Toothpaste with Biomimetic Hydroxyapatite and Its Subjective Impact on Dentin Hypersensitivity, Tooth Smoothness, Tooth Whitening, Gum Bleeding, and Feeling of Freshness, Biomimetics 2020, PMID 32354134.
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  18. kosmetiknachrichten.de, Dr. Kurt Wolff verkaufte Biorepair Produkte bereits über 18 Millionen Mal, 13. Februar 2017; t-online.de, Bericht zum Öko-Test-Urteil, 16. September 2021; biorepair.com Impressum (Biorepair.com Labordiagnostika GmbH); alle abgerufen am 25. September 2026.
  19. dm.at und dm.de Produktsuche "biorepair", mueller.de Produktseite Biorepair Zahncreme Total Protection, Shop-Apotheke Dr. Wolffs Biorepair Zahncreme, Amazon.de Biorepair Zahncreme (Marktplatz, nicht verlinkt), alle abgerufen am 25. September 2026; rossmann.de nicht auslesbar.
  20. Minvelle Transparenz-Seite: Dosis pro Stück und Chargenzertifikat: www.minvelle.com.
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