Wie viel mg Hydroxylapatit steckt im Kaugummi? Wir haben 9 Marken geprüft

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Wie viel mg Hydroxylapatit steckt im Kaugummi? Wir haben 9 Marken geprüft.

Sieben der neun Hydroxylapatit-Kaugummi-Marken am Markt verraten dir nicht, wie viel vom beworbenen Wirkstoff in einem Stück steckt. Hier ist die komplette Tabelle, die zwei Zahlen, die es gibt, was die einzige klinische Kaugummi-Studie und die größte Übersichtsarbeit zum Wirkstoff wirklich zeigen, was ein Kaugummi in der EU rechtlich über Zahnmineralisation sagen darf, und wie du jede Marke in sechzig Sekunden selbst prüfst.

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Max, Gründer von Minvelle
Veröffentlicht am 22. August 2026 · Aktualisiert August 2026 · Zuletzt geprüft: 28. August 2026
· 5 Min. Lesezeit · 🦴 Daten
Kurzantwort

Stand 22. August 2026 veröffentlichen nur 2 von 9 Hydroxylapatit-Kaugummi-Marken eine Dosis pro Stück: Minvelle, 5,7 mg Nano-Hydroxylapatit pro 1,9-g-Stück, und Crait, 70 mg Nicht-Nano-Hydroxylapatit pro Kaugummi-Stück. Die beiden Zahlen sind nicht direkt vergleichbar, Nano und Nicht-Nano sind verschiedene Partikelklassen. Die anderen sieben Marken, Enamio, Underbrush, Dentagum, CaviChew, VanMan, Weldental und RevitaBite, sagen "Hydroxylapatit" ohne Zahl. Eine fehlende Zahl heißt nicht schlechtes Produkt; sie heißt nicht überprüfbare Angabe.

Transparenz: Dieser Artikel stammt von Minvelle, das eines der neun Produkte verkauft. Jede Zelle unten ist aus den eigenen veröffentlichten Unterlagen der jeweiligen Marke übernommen, belegt und datiert in der Hydroxylapatit-Kaugummi-Datenbank. Prüf uns am härtesten.

Die Tabelle: Dosis pro Stück, Marke für Marke

Marke
HAp pro Stück
Partikeldaten
Minvelle
5,7 mg Nano-HAp (0,30% eines 1,9-g-Stücks)
Stäbchenförmig, 200 nm × 20–50 nm (Lieferantenangabe)
Crait
70 mg Nicht-Nano-HAp (Kaugummi); die Mints nennen 25 mg
Nicht-Nano (OMYADENT®), größere, oberflächenwirksame Partikel
Enamio
Nicht offengelegt
Nano, 20 nm stäbchenförmig (eigene Angabe)
Underbrush
Nicht offengelegt
Nano; Partikelgröße nicht genannt
Dentagum
Nicht offengelegt
Nano; Partikelgröße nicht genannt
CaviChew
Nicht offengelegt
Nano, ≤100 nm stäbchenförmig (eigene Angabe)
VanMan
Nicht offengelegt
HAp aus Rinderknochen; Nano oder Nicht-Nano nicht genannt
Weldental
Nicht offengelegt
"Mikro"-HAp; keine numerische Größe genannt
RevitaBite
Nicht offengelegt
Nano; Partikelgröße nicht genannt

Quelle: die Hydroxylapatit-Kaugummi-Datenbank, in der jede Zelle einen datierten Beleg aus den eigenen Unterlagen der Marke trägt. Die Tabelle dort ist unter CC BY 4.0 nutzbar, und jede Marken-Zeile wird binnen 48 Stunden nach neuer Offenlegung aktualisiert.

Drei Cluster, keine zwei

Sortiert man die neun Marken aus der Tabelle nach dem, was sie tatsächlich offenlegen, ergeben sich nicht zwei, sondern drei Gruppen. Die erste, mit genau zwei Mitgliedern, nennt eine Milligramm-Dosis pro Stück: Minvelle und Crait, in unterschiedlichen Partikelklassen und damit nicht direkt vergleichbar, wie oben erklärt. Die zweite Gruppe, Enamio und CaviChew, nennt zwar keine Dosis, aber immerhin eine Partikelgröße in Nanometern, 20 nm beziehungsweise ≤100 nm, beides stäbchenförmig laut eigener Angabe. Das ist eine andere Kennzahl als die Dosis und beantwortet eine andere Frage, nämlich wie klein die Partikel sind, nicht wie viel davon in einem Stück steckt, aber es ist mehr an Information als die dritte Gruppe liefert.

Die dritte und größte Gruppe, Underbrush, Dentagum, VanMan, Weldental und RevitaBite, nennt weder eine Dosis noch, mit Ausnahme vager Begriffe wie "Mikro"-HAp bei Weldental oder der Herkunftsangabe "aus Rinderknochen" bei VanMan, belastbare Partikeldaten. Für diese fünf Marken bleibt "enthält Hydroxylapatit" die einzige verifizierbare Aussage, alles Weitere ist Kategorie-Marketing ohne nachprüfbare Zahl dahinter. Das größte Cluster in dieser Kategorie ist also nicht das der besten oder schlechtesten Produkte, es ist schlicht das Cluster, über das am wenigsten öffentlich bekannt ist.

Warum die Milligramm-Zahl zählt

"Enthält Hydroxylapatit" ist eine Kategorie-Angabe, keine Menge. Ohne die Milligramm-Zahl könnte ein Stück eine formulierungsrelevante Dosis tragen oder einen homöopathischen Hauch, das Etikett läse sich identisch. Die Dosis ist die eine Zahl, die ein Produkt mit der Forschung zum Wirkstoff verbindet, und genau diese Zahl lassen die meisten Marken der Kategorie weg.

Ein ehrlicher Einwand, der in beide Richtungen schneidet: Eine veröffentlichte Dosis beweist Überprüfbarkeit, keine Wirkung. Die einzige klinische Studie, die je zu einem Hydroxylapatit-Kaugummi lief, Porciani et al., Journal of Clinical Dentistry, 2014, nutzte 12 mg Calcium-Hydroxylapatit pro Streifen, zwei Streifen dreimal täglich, und maß Dentin-Überempfindlichkeit. Kaugummi, Dosis und Kauprotokoll unterscheiden sich von jedem Produkt in der Tabelle oben, unseres eingeschlossen, und keine Marke der Kategorie hat ihr fertiges Produkt klinisch getestet. Wer anderes andeutet, verkauft.

Nano-mg und Nicht-Nano-mg sind in der Praxis verschiedene Einheiten

Craits 70 mg sind mehr Milligramm als Minvelles 5,7 mg, und der Vergleich ist trotzdem bedeutungslos: Nicht-Nano-Hydroxylapatit besteht aus weit größeren Partikeln, die an der Zahnoberfläche anders wirken, während Nano-Partikel pro Milligramm enorm mehr Oberfläche haben. Vergleiche Dosen innerhalb einer Partikelklasse. Über Klassen hinweg lautet die ehrliche Aussage schlicht: Zwei Marken lassen dich prüfen, sieben nicht.

Was Hydroxylapatit chemisch überhaupt ist

Hydroxylapatit (Ca₁₀(PO₄)₆(OH)₂) ist eine Calciumphosphat-Verbindung und laut zahnmedizinischer Fachliteratur der mineralische Hauptbestandteil von Zahnschmelz, dort etwa 97 Gewichtsprozent, und von Dentin, dort etwa 70 Gewichtsprozent, ebenso von Knochen. Es ist also kein synthetischer Fremdstoff, sondern chemisch nah verwandt mit dem Mineral, aus dem ein Zahn ohnehin größtenteils besteht. Diese Verwandtschaft ist die naheliegende Grundlage für den in der Literatur diskutierten Wirkmechanismus, sie ist aber, wie die folgenden Abschnitte zeigen, kein Ersatz für eine klinische Studie am fertigen Produkt.

Wie Hydroxylapatit am Zahn wirken soll

Der angenommene Mechanismus ist bei Nano- und Nicht-Nano-Hydroxylapatit derselbe: Die Partikel lagern sich an die Zahnoberfläche und in offene Dentinkanälchen an und bilden dort eine mineralische Schicht, die freiliegende Kanälchen mechanisch verschließt und der natürlichen Zahnhartsubstanz strukturell ähnelt. Eine unabhängige Übersichtsarbeit, Wierichs, Wolf, Campus und Carvalho, Clinical Oral Investigations 2022 (PMC8979882), wertete fünf In-vivo- und fünf In-situ-Studien zu Nano-Hydroxylapatit aus und fand unter remineralisierenden Bedingungen ein Wirkungspotenzial auf Augenhöhe mit Natriumfluorid; unter demineralisierenden Bedingungen blieb Fluorid überlegen. Die Autoren selbst bezeichnen die Evidenzlage als nicht abschließend, eine gepoolte Meta-Analyse über In-vivo-Studien zu Nano-Hydroxylapatit existiert bislang nicht. Das ist der wissenschaftliche Hintergrund, vor dem jede Milligramm-Zahl in der Tabelle oben steht: ein plausibler, teilweise belegter Mechanismus, keine abgeschlossene Beweislage.

Was die Porciani-Studie 2014 wirklich gezeigt hat

Wenn eine Hydroxylapatit-Kaugummi-Marke überhaupt eine Studie zitiert, ist es fast immer dieselbe: Porciani, Chazine und Grandini, veröffentlicht 2014 im Journal of Clinical Dentistry, PubMed-ID 25122980. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, denn die Studie beweist etwas anderes, als die meisten Marken suggerieren.

107 Personen wurden für die Studie rekrutiert, randomisiert in eine Test- und eine Placebo-Gruppe. 100 schlossen die zwei Wochen ab, 50 pro Gruppe. Der Testkaugummi enthielt Calcium-Hydroxylapatit und Dicalciumphosphat-Dihydrat, nicht-nano, in Streifenform; der Placebo-Kaugummi war identisch aufgebaut, nur ohne die aktiven Bestandteile. Beide Gruppen kauten nach demselben Protokoll: zwei Streifen, dreimal täglich. Macht sechs Streifen am Tag.

Gemessen wurde ausschließlich Dentin-Überempfindlichkeit, also empfindliche Zahnhälse, über drei objektive Reize (taktil, Luftstoß, Kaltwasser) und einen subjektiven Index. Nicht gemessen wurde Remineralisation, Kariesreduktion oder irgendein anderer Endpunkt. Nach einer Woche sanken die Werte in der Testgruppe um 36 % (taktil), 35 % (Luftstoß) und 24 % (Kaltwasser); nach zwei Wochen um 54 %, 66 % beziehungsweise 49 %. Auch die Placebogruppe besserte sich, deutlich schwächer: nach zwei Wochen 30 %, 25 % und 31 %. Der Unterschied zwischen den Gruppen war nach zwei Wochen bei allen vier Indizes statistisch signifikant (p < 0,05 bis p < 0,001).

Das ist ein reales, sauber kontrolliertes Ergebnis für eine reale Fragestellung: Kann ein Kaugummi mit Calcium-Hydroxylapatit empfindliche Zähne lindern. Die Antwort in dieser Studie: ja, innerhalb von zwei Wochen, gegenüber Placebo. Was die Studie nicht zeigt, ist mindestens genauso wichtig für jeden, der eine Milligramm-Zahl auf einer Verpackung liest.

Erstens, die Dosis. Zwei Streifen dreimal täglich sind sechs Streifen am Tag. Kein Hydroxylapatit-Kaugummi am Markt, Minvelle eingeschlossen, empfiehlt sechs Stück täglich auf der eigenen Verpackung. Minvelles eigene Gebrauchsanweisung lautet ein Stück am Tag, nach dem Kaffee oder dem Mittagessen, macht 5,7 mg Nano-Hydroxylapatit täglich statt der 72 mg Calcium-Hydroxylapatit, die im Porciani-Protokoll pro Tag gekaut wurden. Das ist ein Zwölftel der Menge, bei einem Sechstel der Frequenz, mit der das einzige Produkt gekaut wurde, das je klinisch getestet wurde. Uns ist keine andere Marke der Kategorie bekannt, die auf der eigenen Verpackung ein Kau-Schema empfiehlt, das an die Porciani-Dosis heranreicht.

Zweitens, das Material. Calcium-Hydroxylapatit in Kombination mit Dicalciumphosphat-Dihydrat ist eine andere Formulierung als reines Nano-Hydroxylapatit, wie es in den meisten heutigen Marken, einschließlich Minvelle, eingesetzt wird. Nicht-Nano- und Nano-Partikel verhalten sich am Zahn unterschiedlich, wie im Abschnitt oben erklärt.

Drittens, der Endpunkt. Dentin-Überempfindlichkeit ist ein reales, unangenehmes Problem, aber ein anderes als Zahnschmelz-Remineralisation oder Kariesprävention. Eine Studie, die Überempfindlichkeit misst, beantwortet nicht die Frage, die Marketing-Texte oft implizit stellen.

Porciani-Protokoll (Studie)
Minvelle-Gebrauchsanweisung
Dosis pro Tag
72 mg Calcium-HAp (6 Streifen)
5,7 mg Nano-HAp (1 Stück)
Endpunkt
Dentin-Überempfindlichkeit
Kein klinischer Endpunkt getestet
Dauer
2 Wochen, kontrolliert
Keine klinische Studie am fertigen Produkt

Die ehrliche Zusammenfassung: Porciani 2014 ist eine echte, randomisierte, placebokontrollierte Studie mit einem echten, statistisch signifikanten Ergebnis, an einem Produkt, das mit keinem heute verkauften Hydroxylapatit-Kaugummi identisch ist, in einer Dosis, die kein Hersteller seinen Kunden empfiehlt, für einen Endpunkt, der nicht Remineralisation ist. Sie zu zitieren ist nicht falsch. Sie so zu zitieren, dass Kunden eine 1:1-Übertragbarkeit auf das eigene Produkt annehmen, ist es.

Die Limeback-Review 2023: die günstigste Evidenz, mit der größten offengelegten Nähe zur Industrie

Neben der einen Kaugummi-Studie gibt es eine zweite, größere Arbeit, die in der Kategorie oft als Beleg herangezogen wird: Limeback, Enax und Meyer, "Clinical Evidence of Biomimetic Hydroxyapatite in Oral Care Products for Reducing Dentin Hypersensitivity: An Updated Systematic Review and Meta-Analysis", Biomimetics, Januar 2023, PubMed-ID 36648809.

Es ist eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse über 44 klinische Studien am Menschen, mehr als die Hälfte davon mit hoher GRADE-Qualitätsbewertung. Das Ergebnis der gepoolten Analyse: Hydroxylapatit reduzierte Dentin-Überempfindlichkeit um 39,5 % gegenüber Placebo und um 23 % gegenüber Fluorid, beides statistisch signifikant; gegenüber anderen desensibilisierenden Wirkstoffen zeigte sich eine Tendenz von 10,2 %, aber nicht signifikant. Das ist, mit Abstand, die günstigste veröffentlichte Evidenz für Hydroxylapatit in der oralen Pflege, die aktuell existiert.

Zwei Einschränkungen gehören direkt dazu, nicht als Fußnote.

Die erste: Die Review bündelt klinische Studien zu Hydroxylapatit in oralpflegenden Produkten allgemein, sie isoliert Kaugummi nicht als eigenen Analysepfad. Wer die Review als Beleg für einen bestimmten Kaugummi zitiert, überträgt ein Ergebnis über Produktkategorien hinweg, ohne dass die Review das für Kaugummi einzeln bestätigt.

Die zweite, und diese steht offen in der Arbeit selbst: Zwei der drei Autoren, J. Enax und F. Meyer, sind laut der veröffentlichten Interessenkonflikt-Erklärung leitende Wissenschaftler und Angestellte der Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG, eines deutschen Unternehmens, das selbst Hydroxylapatit-haltige Mundpflegeprodukte verkauft. Die Studie gibt an, ohne externe Förderung ausgekommen zu sein, das betrifft aber nicht die Anstellung der Autoren. Das macht die Zahlen nicht automatisch falsch, eine Meta-Analyse über 44 Studien lässt sich nicht einfach frisieren, aber es bedeutet: Die günstigste Evidenz für den Wirkstoff kommt mit der am unmittelbarsten offengelegten kommerziellen Nähe. Wer diese Review zitiert, sollte die Interessenkonflikt-Erklärung mitliefern, offen einsehbar unter PMID 36648809 auf PubMed.

Zusammengenommen mit Porciani 2014 ergibt sich ein ehrliches Bild: Es gibt echte, publizierte, peer-reviewte Evidenz dafür, dass Hydroxylapatit in oralpflegenden Produkten Dentin-Überempfindlichkeit reduzieren kann. Es gibt keine publizierte Studie an einem fertigen Hydroxylapatit-Kaugummi-Produkt, wie es heute verkauft wird, zu Remineralisation, und die günstigste verfügbare Sekundär-Evidenz stammt teilweise von Autoren mit einer offengelegten wirtschaftlichen Verbindung zur Kategorie. Beides gleichzeitig festzuhalten ist keine Widersprüchlichkeit, es ist der aktuelle Stand.

Was ein Kaugummi in der EU rechtlich über Zahnmineralisation sagen darf

Warum benutzen seriöse Marken vorsichtige Formulierungen wie "unterstützt den Erhalt der Zahnmineralisierung" statt eines direkten "remineralisiert die Zähne"? Weil das kein Zufall ist, sondern EU-Recht.

Nach der EU-Verordnung 1924/2006 über nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben dürfen Lebensmittel, zu denen zuckerfreier Kaugummi zählt, nur gesundheitsbezogene Aussagen tragen, die von der EFSA geprüft und in der Verordnung 432/2012 zugelassen wurden. Für zuckerfreien Kaugummi ist die zugelassene Formulierung sinngemäß: der Kaugummi trägt zum Erhalt der Zahnmineralisierung bei, unter der Bedingung, dass er zuckerfrei ist und nach dem Essen oder Trinken gekaut wird. "Remineralisiert" oder "baut Zahnschmelz wieder auf" als eigenständige Werbeaussage geht über diese zugelassene Formulierung hinaus, unabhängig davon, welcher Wirkstoff im Kaugummi steckt.

Das gilt kaugummi-weit, nicht nur für Hydroxylapatit-Produkte. Zuckerfreier Kaugummi mit Xylit als Süßungsmittel bewegt sich in einer eigenen, separat regulierten Kategorie von Angaben zu Zahnbelag statt zu Mineralisation, weil der zugrunde liegende Wirkmechanismus ein anderer ist. Wer die beiden Wirkstoff-Kategorien nebeneinanderlegen will, findet die Xylit-Seite in unserem Xylit-Kaugummi-Test 2026.

Für diesen Artikel heißt das konkret: Eine Milligramm-Zahl auf einer Verpackung ist eine Transparenz-Angabe, keine Wirksamkeits-Zusage, und die zugelassene rechtliche Formulierung deckt "Erhalt der Mineralisation unter Bedingungen", nicht "mehr Milligramm gleich mehr Wirkung". Jede Marke, die eine höhere Dosis mit einer stärkeren gesundheitsbezogenen Aussage verknüpft, bewegt sich außerhalb dessen, was die Zahl beweist, und außerhalb dessen, was die EU-Verordnung erlaubt.

Durchgesetzt wird das primär über nationale Marktüberwachungsbehörden und, in der Praxis öfter, über Wettbewerbsrecht: Konkurrenten und Verbraucherschutzverbände können unzulässige gesundheitsbezogene Angaben abmahnen, unabhängig davon, ob der Wirkstoff selbst sicher ist. Für dich als Käufer bedeutet das vor allem eines: Eine vorsichtige, EU-konforme Formulierung ist kein Zeichen von Schwäche, es ist der rechtlich einzig zulässige Weg, überhaupt etwas über Zahnmineralisation zu sagen, ohne eine Abmahnung zu riskieren. Marken, die diese Formulierung verlassen, versprechen entweder mehr, als sie belegen können, oder haben die Rechtslage schlicht nicht geprüft.

Die Grenzen dieses Artikels, offen benannt

Dieser Artikel vergleicht veröffentlichte Zahlen, er misst keine. Wir haben kein eigenes Labor, das Kaugummi-Proben unabhängig auf ihren tatsächlichen Hydroxylapatit-Gehalt prüft; jede Zahl in der Tabelle stammt aus den eigenen Angaben der jeweiligen Marke, nicht aus einer unabhängigen Analyse. Für Minvelle ist das die Lieferanten-Spezifikation hinter unserer eigenen 5,7-mg-Angabe; für Crait ist es deren öffentlich kommunizierte Zahl. Weder wir noch, soweit uns bekannt, irgendeine andere Marke der Kategorie hat eine unabhängige Laboranalyse ihres fertigen, verkauften Kaugummis veröffentlicht.

Zweitens: "veröffentlicht" heißt nicht "extern geprüft". Eine Marke kann eine Milligramm-Zahl nennen, ohne ein Analysezertifikat, ein Labor oder eine Prüfmethode offenzulegen. Die Datenbank hinter diesem Artikel dokumentiert, was Marken sagen, mit Datum und Quelle, nicht, was ein Labor unabhängig bestätigt hat. Das ist der Unterschied zwischen Überprüfbarkeit und Verifikation, und dieser Artikel bietet nur das erste.

Drittens: Diese Tabelle ist eine Momentaufnahme vom 22. August 2026. Marken ändern Formulierungen, legen neue Zahlen offen oder ziehen alte Angaben zurück. Die verlinkte Datenbank wird laufend aktualisiert, dieser Artikel wird es nicht in Echtzeit. Für den aktuellen Stand zählt die Datenbank, nicht dieser Text.

Was "nicht offengelegt" bedeutet, und was nicht

Sieben von neun Marken in der Tabelle oben stehen bei "HAp pro Stück" mit "Nicht offengelegt". Das ist eine Aussage über die verfügbaren Informationen, keine über das Produkt. Es bedeutet nicht, dass der Kaugummi wenig Hydroxylapatit enthält, dass die Marke etwas verbirgt, das sie verbergen müsste, oder dass das Produkt schlechter ist als eines mit veröffentlichter Zahl. Es bedeutet ausschließlich: Zum Zeitpunkt der letzten Prüfung fand sich in den öffentlich zugänglichen Unterlagen der Marke keine Milligramm-Angabe pro Stück.

Der Unterschied ist wichtig, weil sich die beiden Lesarten leicht vermischen. "Nicht offengelegt" heißt: du kannst diese eine Angabe aktuell nicht prüfen. Es heißt nicht: das Produkt ist minderwertig, die Marke handelt unseriös, oder es steckt weniger drin als bei einer Marke mit Zahl. Umgekehrt beweist eine veröffentlichte Zahl, wie in der Limeback-Review oben diskutiert, ebenfalls nur Überprüfbarkeit, keine überlegene Wirkung. Beide Lesarten überziehen die Datenlage in die eine oder andere Richtung. Die einzig belastbare Aussage bleibt die neutrale: geprüft oder nicht geprüft.

Hydroxylapatit oder Fluorid: wo die Evidenz aktuell steht

Fluorid bleibt der Standard, an dem sich neuere Wirkstoffe messen lassen müssen, mit jahrzehntelanger Evidenz hinter sich: Die Cochrane-Übersichtsarbeit zu fluoridhaltiger Zahnpasta (Walsh et al. 2019, CD007868) wertet 96 Studien aus, 85 davon mit insgesamt 48.804 randomisierten Teilnehmenden, und findet einen präventiven Effekt von rund 23 % gegenüber Placebo. Das ist eine andere Größenordnung an Studienzahl und Teilnehmerzahl als alles, was für Hydroxylapatit bisher vorliegt, Zahnpasta wie Kaugummi eingeschlossen.

Die oben zitierte Wierichs-Übersichtsarbeit 2022 (PMC8979882) findet für Nano-Hydroxylapatit unter remineralisierenden Bedingungen ein Wirkungspotenzial auf Augenhöhe mit Natriumfluorid, unter demineralisierenden Bedingungen, also während ein Zahn tatsächlich Mineral verliert, etwa durch Säureangriff, bleibt Fluorid überlegen. Übersetzt: Hydroxylapatit ist in der aktuellen Evidenz kein Ersatz für Fluorid, sondern bestenfalls eine Ergänzung mit einem enger begrenzten Wirkfenster.

Das ist der Grund, warum wir Hydroxylapatit-Kaugummi bei Minvelle nie als Fluorid-Ersatz positionieren, und warum die Gebrauchsanweisung "ein Stück am Tag, nach dem Kaffee oder Mittagessen" lautet, nicht "statt Zähneputzen". Für eine Einordnung zwischen den beiden Wirkstoff-Welten, Fluorid in der klassischen Zahnpasta und Hydroxylapatit im Kaugummi, lohnt sich ein Blick in unseren Zahnpflegekaugummi Test 2026, der neun Packungen nebeneinander legt.

Warum wir überhaupt eine Datenbank pflegen

Die Hydroxylapatit-Kaugummi-Datenbank hinter diesem Artikel ist nicht als Marketing-Tool entstanden, sondern weil uns beim Recherchieren für den eigenen Kaugummi aufgefallen ist, wie schwer sich Marken innerhalb der Kategorie überhaupt vergleichen lassen. Jede Marke nennt andere Kennzahlen, wenn überhaupt, in unterschiedlichem Detailgrad, an unterschiedlichen Stellen der eigenen Seite. Eine zentrale, quellenbelegte Tabelle war der einzige Weg, den Vergleich für jeden nachvollziehbar zu machen, uns selbst eingeschlossen.

Die Regeln dahinter sind bewusst einfach: Jede Zelle verlinkt die Original-Quelle der jeweiligen Marke, mit Datum. Keine Zahl wird geschätzt, interpoliert oder aus einem Sicherheitsdatenblatt abgeleitet, das nicht öffentlich ist. Meldet eine Marke eine neue Zahl, öffentlich einsehbar, aktualisieren wir die Zeile innerhalb von 48 Stunden, unabhängig davon, ob die neue Zahl für Minvelle vorteilhaft ist oder nicht. Die Tabelle steht unter CC BY 4.0, jede Vergleichsseite, jeder Journalist und jede andere Marke darf sie mit Quellenangabe weiterverwenden.

Der offensichtliche Interessenkonflikt bleibt: Minvelle verkauft eines der neun gelisteten Produkte. Genau deshalb ist die Quellenpflicht kein Kür-, sondern ein Pflichtprogramm, jede Behauptung ohne datierte Primärquelle fliegt aus der Tabelle, unabhängig davon, welche Marke sie betrifft.

Glossar: Begriffe kurz erklärt

Nano-Hydroxylapatit

Hydroxylapatit-Partikel im Nanometerbereich, bei Minvelle stäbchenförmig, 200 nm × 20 bis 50 nm laut Lieferantenangabe. Die geringe Partikelgröße vergrößert die Oberfläche pro Milligramm gegenüber Nicht-Nano-Material erheblich.

Dentin-Überempfindlichkeit

Umgangssprachlich "empfindliche Zahnhälse": ein kurzer, scharfer Schmerz an freiliegendem Dentin, ausgelöst etwa durch Kälte, Süßes oder Berührung. Das war der Endpunkt sowohl der Porciani- als auch der Limeback-Arbeit, nicht Remineralisation oder Kariesprävention.

Remineralisation

Der Prozess, bei dem Mineral wieder in bereits entmineralisierte Zahnhartsubstanz eingelagert wird. Rechtlich zulässig ist für zuckerfreien Kaugummi in der EU die Formulierung "trägt zum Erhalt der Zahnmineralisierung bei", nicht der direkte Begriff "remineralisiert" als eigenständige Werbeaussage.

Systematic Review und Meta-Analyse

Eine systematische Übersichtsarbeit fasst alle auffindbaren Studien zu einer Fragestellung nach festen Kriterien zusammen; eine Meta-Analyse rechnet die Ergebnisse mehrerer Studien statistisch zu einer gepoolten Kennzahl zusammen. Die Limeback-Arbeit 2023 ist beides, über 44 Einzelstudien.

GRADE-Qualitätsbewertung

Ein international genutztes System, das die Verlässlichkeit klinischer Studien nach Kriterien wie Studiendesign, Verzerrungsrisiko und Konsistenz einstuft. Die Limeback-Review gibt an, dass mehr als die Hälfte der eingeschlossenen 44 Studien hoch eingestuft wurde.

Interessenkonflikt (COI)

Eine offengelegte wirtschaftliche oder persönliche Verbindung zwischen Autoren und dem untersuchten Gegenstand, etwa eine Anstellung bei einem Hersteller. Ein COI macht ein Ergebnis nicht automatisch falsch, es ist aber Teil der Bewertung, wie stark man einer einzelnen Zahl vertraut.

Warum wir die 5,7 mg überhaupt veröffentlichen

Als wir Minvelle aufgesetzt haben, war die Frage nicht "veröffentlichen wir eine Zahl", sondern "warum tut das sonst fast niemand". Die ehrlichste Antwort, die wir nach dem Aufbau der Datenbank für uns selbst gefunden haben: Eine Milligramm-Zahl lässt sich nachrechnen, eine Kategorie-Aussage nicht. Sobald man 5,7 mg pro Stück auf einer Verpackung stehen hat, kann jeder, der will, die Lieferanten-Spezifikation dagegenhalten, das Gewicht eines Stücks nachwiegen und den Prozentsatz selbst ausrechnen. Das ist unbequemer als "enthält Hydroxylapatit", und genau deshalb machen wir es.

Das heißt nicht, dass 5,7 mg eine magische, klinisch validierte Zahl ist. Wie in diesem Artikel mehrfach festgehalten: Es gibt keine klinische Studie an unserem fertigen Kaugummi, an keiner Marke der Kategorie gibt es die. Was wir stattdessen anbieten, ist Überprüfbarkeit statt einer unbelegten Wirksamkeitsaussage, und die Möglichkeit, unsere Zahl direkt neben die von Crait, oder gegen jede zukünftige Marke, zu legen, die sich offenlegt.

Deshalb ist die Gebrauchsanweisung auf der Verpackung bewusst zurückhaltend, ein Stück am Tag, keine Mehrfach-Dosierung, keine Anlehnung an die sechs Streifen aus dem Porciani-Protokoll. Und deshalb steht auf der Verpackung selbst nicht "remineralisiert", sondern die EU-konforme Formulierung zum Erhalt der Zahnmineralisierung. Wenn die Datenlage einmal so weit ist, dass eine stärkere Aussage über ein fertiges Kaugummi-Produkt zulässig und belegt ist, ändert sich die Formulierung. Bis dahin bleibt die Zahl das, was sie ist: eine überprüfbare Angabe, keine Wirksamkeitsgarantie.

Zusammenfassung: was in diesem Artikel steckt

Neun Marken, zwei veröffentlichte Milligramm-Zahlen, eine echte klinische Studie an einem Kaugummi, die etwas anderes gemessen hat als die meisten Marketing-Texte suggerieren, und eine größere Übersichtsarbeit mit der günstigsten Evidenz für den Wirkstoff bei gleichzeitig offengelegter Nähe zur Industrie. Keine dieser Tatsachen widerspricht sich, sie ergeben zusammen ein vollständigeres Bild als jede einzelne für sich.

Wenn du nur einen Satz mitnimmst: Eine Milligramm-Zahl beweist, dass eine Marke überprüfbar sein will, nicht, dass ihr Produkt wirkt. Prüf beides getrennt, bei jeder Marke, die du in Betracht ziehst, und prüf uns dabei genauso hart wie jede andere.

Was du konkret tun kannst, bevor du kaufst

Erstens: Öffne die Produktseite der Marke, die du gerade in Betracht ziehst, und such nach "mg". Findest du nichts, weißt du jetzt, dass das die Norm in dieser Kategorie ist, nicht die Ausnahme, sieben von neun geführten Marken liegen genauso.

Zweitens: Wenn eine Marke eine Studie zitiert, prüf die drei Fragen aus diesem Artikel, bevor du sie als Beweis für das konkrete Produkt liest. Welches Produkt wurde getestet, in welcher Dosis, und für welchen Endpunkt. Bei Porciani 2014 und der Limeback-Review 2023 lauten die Antworten: ein anderes Produkt, eine höhere Dosis, Dentin-Überempfindlichkeit statt Remineralisation.

Drittens: Miss eine gesundheitsbezogene Werbeaussage an dem, was die EU-Verordnung 432/2012 tatsächlich zulässt, "trägt zum Erhalt der Zahnmineralisierung bei" unter Bedingungen, nicht an dem, was ein Werbetext daraus macht. Und viertens, wenn eine Marke auf deine Frage nach der Dosis nicht innerhalb weniger Tage antwortet, ist auch das eine Antwort, sie steht dann so lange in der Datenbank, bis sich das ändert.

So prüfst du jede Marke selbst in sechzig Sekunden

1. Durchsuche die Produktseite nach "mg"

Öffne die Produktseite der Marke und nutze die Suchfunktion deines Browsers für "mg". Wenn Hydroxylapatit der beworbene Wirkstoff ist und nirgends eine Milligramm-Zahl auftaucht, ist das deine Antwort.

2. Prüfe FAQ und Zutatenliste

Manche Marken veröffentlichen stattdessen Partikelgröße (Nanometer) oder Reinheit (Prozent). Nützlich, aber beides beantwortet nicht, wie viel Mineral ein Stück liefert. Akzeptiere keine Nanometer-Zahl als Ersatz für eine Milligramm-Zahl.

3. Schreib ihnen und stoppe die Zeit

Eine Marke, die ihre Dosis kennt und dazu steht, antwortet in einer Mail. Ausweichende Antworten ("proprietär", "klinisch ausbalanciert") sind auch Daten. Legt eine Marke öffentlich offen, steht es binnen 48 Stunden in der Datenbank.

4. Prüfe, ob die zitierte Studie zum verkauften Produkt passt

Manche Marken verlinken eine Studie, ohne zu sagen, dass sie an einem anderen Produkt, in einer anderen Dosis oder für einen anderen Endpunkt lief. Frag: Wurde genau dieses Produkt getestet, in der empfohlenen Menge, für die beworbene Wirkung? Bei Hydroxylapatit-Kaugummi lautet die ehrliche Antwort bisher für jede Marke: nein, siehe die Porciani- und Limeback-Studien weiter oben.

Ein Beispiel, wie sich das in der Praxis unterscheidet: Bei Minvelle liefert die Suche nach "mg" auf der Produktseite direkt einen Treffer, 5,7 mg Nano-Hydroxylapatit pro Stück, mit Partikeldaten der Lieferantenspezifikation daneben. Die Suche endet dort, das ist der ganze Prozess. Bei einer Marke wie Enamio, laut Tabelle oben mit 20 nm stäbchenförmigem Nano-Hydroxylapatit, aber ohne Milligramm-Angabe, liefert dieselbe Suche einen Treffer bei der Partikelgröße und keinen bei der Menge. Beide Suchen dauern sechzig Sekunden. Nur eine beantwortet die Ausgangsfrage dieses Artikels.

Das ist der Kern des Tests: Er unterscheidet nicht zwischen guten und schlechten Marken, sondern zwischen Marken, deren Dosis-Angabe du selbst nachvollziehen kannst, und Marken, bei denen du der Kategorie-Aussage "enthält Hydroxylapatit" ohne Zahl glauben musst.

Medizinischer Hinweis

Dieser Artikel dient der Information. Er ist keine medizinische Beratung. Sprich mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin, bevor du deine Mundpflege-Routine änderst, insbesondere bei aktiver Karies, anhaltender Zahnempfindlichkeit, Mundtrockenheit oder anderen zahnmedizinischen Beschwerden.

Häufige Fragen

Wie viel mg Hydroxylapatit steckt in einem Stück Kaugummi?

Markenabhängig, und meist unveröffentlicht. Stand 22. August 2026: Minvelle 5,7 mg Nano-HAp pro Stück, Crait 70 mg Nicht-Nano-HAp pro Kaugummi-Stück. Die anderen sieben geführten Marken nennen keine Menge.

Ist eine höhere Milligramm-Dosis besser?

Das kann niemand ehrlich behaupten. Die eine klinische Kaugummi-Studie (Porciani 2014, 12 mg Calcium-HAp pro Streifen, sechs Streifen täglich) maß Empfindlichkeit, nicht Remineralisation, an einem Produkt, das keinem heutigen gleicht. Eine Dosis-Wirkungs-Beziehung für fertige Produkte existiert nicht. Eine veröffentlichte Dosis beweist Überprüfbarkeit; sie erstellt kein Ranking.

Kann ich Nano- und Nicht-Nano-Dosen direkt vergleichen?

Nein. Die Partikelklasse verändert Oberfläche und Verhalten am Zahn. Vergleiche innerhalb einer Klasse; über Klassen hinweg vergleiche stattdessen die Offenlegung.

Warum veröffentlichen die meisten Marken die Zahl nicht?

Vertraulichkeit der Lieferanten, Angst vor Vergleichen, und die kommerzielle Realität, dass sich die Kategorie-Angabe auch ohne Zahl verkauft. Der Effekt ist unabhängig vom Motiv derselbe: Die Angabe lässt sich nicht prüfen.

Woher stammen diese Daten?

Aus der Hydroxylapatit-Kaugummi-Datenbank: jede Zelle aus den eigenen veröffentlichten Unterlagen der Marke, je Quelle datiert, CC BY 4.0, gepflegt von Minvelle mit öffentlichem Korrektur-Postfach. Der Betreiber verkauft eines der Produkte, genau deshalb ist die Belegpflicht der strengste Teil.

Was hat die Porciani-Studie 2014 tatsächlich gemessen?

Dentin-Überempfindlichkeit, nicht Remineralisation. 100 Personen kauten zwei Wochen lang entweder einen Calcium-Hydroxylapatit-Kaugummi oder ein identisches Placebo, sechs Streifen täglich. Die Testgruppe zeigte nach zwei Wochen signifikant stärkere Rückgänge bei taktiler, Luftstoß- und Kaltwasser-Empfindlichkeit als die Placebogruppe. Kariesprävention oder Zahnschmelz-Remineralisation wurden in dieser Studie nicht untersucht.

Was zeigt die Limeback-Systematic-Review 2023, und ist sie unabhängig?

Sie zeigt, in einer Meta-Analyse über 44 klinische Studien, dass Hydroxylapatit in oralpflegenden Produkten Dentin-Überempfindlichkeit stärker reduziert als Placebo (39,5 %) und Fluorid (23 %). Zwei der drei Autoren sind laut der veröffentlichten Interessenkonflikt-Erklärung Angestellte eines Unternehmens, das selbst Hydroxylapatit-Mundpflegeprodukte verkauft (Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG). Die Studie lief ohne externe Förderung, die Autoren-Anstellung bleibt trotzdem ein offengelegter Interessenkonflikt, den man mitlesen sollte.

Darf ein Kaugummi rechtlich behaupten, die Zähne zu "remineralisieren"?

Nicht als eigenständige Werbeaussage. Die EU-Verordnung 432/2012 lässt für zuckerfreien Kaugummi die Formulierung "trägt zum Erhalt der Zahnmineralisierung bei" zu, gebunden an die Bedingung zuckerfrei plus Kauen nach dem Essen oder Trinken. "Remineralisiert" oder "baut Zahnschmelz wieder auf" geht über diese zugelassene Angabe hinaus.

Ersetzt Hydroxylapatit-Kaugummi eine fluoridhaltige Zahnpasta?

Nein, in keiner der hier zitierten Studien wurde Kaugummi gegen Zahnpasta getestet oder als Ersatz untersucht. Beide Kategorien werden in der Regel als Ergänzung zueinander verstanden, nicht als Alternative; welche Kombination für dich sinnvoll ist, entscheidet am besten dein Zahnarzt oder deine Zahnärztin.

Ist Nano-Hydroxylapatit im Kaugummi sicher?

Nano-Hydroxylapatit ist ein etablierter Inhaltsstoff in Zahnpasta und wird seit Jahren in oralpflegenden Produkten eingesetzt; die oben zitierte Limeback-Review 2023 fasst 44 klinische Studien zusammen, ohne über Sicherheitssignale zu berichten. Eine unabhängige, produktspezifische Sicherheitsstudie am fertigen Kaugummi existiert für keine Marke der Kategorie, Minvelle eingeschlossen.

Wie unterscheidet sich Hydroxylapatit-Kaugummi von Hydroxylapatit-Zahnpasta?

Beide enthalten denselben Wirkstoff, aber in unterschiedlicher Trägerform, Kontaktzeit und Konzentration. Ein Kaugummi bleibt länger im Mund als Zahnpasta, die ausgespuckt wird, liefert aber typischerweise eine geringere Wirkstoffmenge pro Anwendung. Die meisten der oben zitierten klinischen Studien wurden an Zahnpasta oder Mundspülung durchgeführt, nicht an Kaugummi, siehe die vorangehenden zwei Fragen.

Wie schnell zeigt sich eine Wirkung?

Für Dentin-Überempfindlichkeit, dem einzigen bisher klinisch untersuchten Endpunkt, zeigte die Porciani-Studie 2014 messbare Unterschiede zur Placebogruppe bereits nach einer Woche, deutlicher nach zwei Wochen, bei einer Dosis von sechs Streifen täglich. Für Remineralisation oder Kariesprävention an einem fertigen Kaugummi-Produkt gibt es keinen vergleichbaren, veröffentlichten Zeitverlauf.

Beugt Hydroxylapatit-Kaugummi Karies vor?

Das kann derzeit keine Marke der Kategorie mit einer eigenen klinischen Studie belegen, Minvelle eingeschlossen. Die Porciani-Studie maß Dentin-Überempfindlichkeit, nicht Karies; die Limeback-Review bündelt Studien zu Dentin-Überempfindlichkeit in oralpflegenden Produkten allgemein, ebenfalls nicht speziell zu Kariesprävention durch Kaugummi. Rechtlich zulässig ist in der EU für zuckerfreien Kaugummi die Formulierung zum Erhalt der Zahnmineralisierung, nicht eine Kariesschutz-Zusage.

Wie wurde die 5,7-mg-Zahl bei Minvelle ermittelt?

Aus der Lieferanten-Spezifikation des eingesetzten Nano-Hydroxylapatits, nicht aus einer unabhängigen Laboranalyse des fertigen Kaugummis. Das ist derselbe Offenlegungsstandard, den wir von jeder anderen Marke in der Datenbank verlangen: die eigene, datierte Herstellerangabe, keine Drittprüfung, solange keine Marke der Kategorie eine solche veröffentlicht hat.

Was passiert, wenn eine Marke ihre Dosis-Angabe später ändert oder zurückzieht?

Die Datenbank wird binnen 48 Stunden nach jeder neuen, öffentlich einsehbaren Angabe aktualisiert, in beide Richtungen: neue Offenlegung wird ergänzt, zurückgezogene oder geänderte Angaben werden mit Datum korrigiert. Dieser Artikel selbst wird nicht laufend nachgeführt, für den jeweils aktuellen Stand gilt die verlinkte Datenbank.

Quellen
  1. Porciani P.F., Chazine M., Grandini S., A clinical study of the efficacy of a new chewing gum containing calcium hydroxyapatite in reducing dentin hypersensitivity, Journal of Clinical Dentistry, 2014;25(2):32-36 (PMID 25122980).
  2. Limeback H., Enax J., Meyer F., Clinical Evidence of Biomimetic Hydroxyapatite in Oral Care Products for Reducing Dentin Hypersensitivity: An Updated Systematic Review and Meta-Analysis, Biomimetics, 2023;8(1):23 (PMID 36648809). Interessenkonflikt laut Originalarbeit: J. Enax und F. Meyer sind Angestellte der Dr. Kurt Wolff GmbH & Co. KG.
  3. Wierichs R.J., Wolf T.G., Campus G., Carvalho T.S., Efficacy of nano-hydroxyapatite on caries prevention: a systematic review and meta-analysis, Clinical Oral Investigations, 2022;26(4):3373-3381 (PMID 35103837).
  4. Walsh T., Worthington H.V., Glenny A.M., Marinho V.C., Jeroncic A., Fluoride toothpastes of different concentrations for preventing dental caries, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2019;3:CD007868 (PMID 30829399).
  5. Minvelle, Hydroxylapatit-Kaugummi-Datenbank, laufend aktualisiert, Stand der in diesem Artikel zitierten Tabelle: 22. August 2026.
Eine der zwei Zahlen, die es gibt

5,7 mg pro Stück. Veröffentlicht, belegt, überprüfbar.

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